Holweide Coronavirus in Köln? Stadt gibt Entwarnung

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In weißen Schutzanzügen betraten die Sanitäter die Wohnung des Mannes, der offenbar Grippe-Symptome aufweist.

Köln – Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Menschen in Italien ist regelrecht explodiert.

Wie EXPRESS erfuhr, gab es am Rosenmontagmorgen auch einen Corona-Einsatz beim Kölner Rettungsdienst.

Doch jetzt heißt es Aufatmen: Laut der Stadt Köln hat sich der Verdacht nicht bestätigt. Der Mann aus Italien hatte sich gestern zur Abklärung seiner Krankheitssymptome in stationäre ärztliche Behandlung begeben. Die labormedizinische Untersuchung hat ergeben, dass der Mann weder an Corona, noch an Influenza erkrankt ist. 

Das war passiert:

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Kölner Corona-Fall: Patient kam mit dem Zug aus der Lombardei

Eine Italienerin hatte die Einsatzkräfte am Montag zu Hilfe gerufen, weil ihr Mann über Grippe-typische Symptome klagte. Eine Rettungswagenbesatzung fuhr zu der Adresse nach Holweide und sprach dort mit der Ehefrau.

Sie gab an, dass ihr Mann erst am vergangenen Freitag mit dem Zug aus der Region Lombardei nach Köln gekommen sei. Ausgerechnet dort gab es inzwischen eine hohe Anzahl von Corona-Fällen, sogar drei Todesfälle.

Kölner Corona-Einsatz: Patient kam nicht in eine Klinik

Jedoch entschieden sich die Rettungskräfte nicht, den Mann in eine Klinik zu bringen. Dies soll nach EXPRESS-Informationen in Absprache mit dem Gesundheitsamt geschehen sein.

Begründung: Die Lombardei sei nach Angaben der Stadt vom Robert-Koch-Institut (RKI) noch nicht als Risikogebiet ausgewiesen worden (obwohl dort inzwischen 180 Fälle bekannt wurden und zwei Dutzend Patienten auf der Intensivstation lagen). Nur für China und einige asiatische Gebiete sei vom RKI eine Warnung herausgegeben worden.

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Daher wurde dem Kölner Patienten empfohlen, Kontakt zum Hausarzt aufzunehmen. Dann verließ die RTW-Besatzung die Örtlichkeit wieder. EXPRESS hat bei der Stadt um eine Stellungnahme gebeten. Die entscheidende Frage: Geht das Gesundheitsamt nicht sensibel genug mit dem Corona-Verdacht um? Sprecherin Sabine Wotzlaw: „Ich kann den Einsatz bestätigen. Gesundheitsamt und Rettungsdienst prüfen das weitere Vorgehen. Dabei halten sie sich an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.“

Gesundheitsamt erfährt nicht, ob Mann infiziert ist

Nach EXPRESS-Informationen rückte die RTW-Besatzung jedoch ab, ohne dass eine Blutprobe von dem Mann genommen wurde. Dies würde bedeuten, dass das Gesundheitsamt nicht unmittelbar erfährt, ob der Italiener möglicherweise infiziert ist.

Um 13.25 Uhr teilte die Stadt Köln dann mit, dass das Gesundheitsamt mit dem Italiener umgehend Kontakt aufnimmt und den Fall intensiv prüft. Dazu werde der Mann erneut zu den Symptomen und seiner Reisetätigkeit befragt.

Um 14.45 Uhr suchten dann ein Leitender Notarzt und Sanitäter den Mann erneut auf. Mit einem Schutzanzug betraten sie die Wohnung und sprachen mit dem Mann, der anschließend für weitere Untersuchungen mit dem Rettungswagen in eine Klinik gebracht wurde. In wenigen Stunden sollte dann feststehen, ob er den Virus in sich trägt.

Kölner Corona-Fall: Jetzt steht der Patient unter Quarantäne

Am Montagabend teilte die Stadt Köln schließlich mit, dass der Patient zur weiteren Abklärung auf einer Quarantäne-Station einer Klinik aufgenommen worden sei. Die Stadt bestätigte den EXPRESS-Bericht, dass der Mann die Lombardei (Bergamo und Mailand) bereist und nun über Fieber klagen würde. Zwischen zwei und zehn Stunden würde es nun dauern, bis das Ergebnis des Corona-Tests vorliegen würde.

Kölner Corona-Fall: Stadt erklärt ihr Vorgehen so

Inzwischen verteidigte die Stadt Köln ihr anfängliches Vorgehen wie folgt: „Die Lombardei war am Sonntag vom Robert-Koch-Institut zum Corona-Verdachtsgebiet deklariert worden. Diese Information lag den Kölner Behörden zunächst nicht vor. Die Internet-Startseite des Robert-Koch-Institutes weist die Lombardei auch heute nicht als „Risikogebiet“ aus. Erst auf einer nachgeschalteten Internetseite ist die Information zu finden.“

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