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Zwei Tote und jede Menge Zoff Anwohner sind sauer: Kölner Seniorenheim im Corona-Fokus

Die Maternus-Seniorenwohnanlage in Rodenkirchen liegt direkt über einem Supermarkt.

Die Maternus-Seniorenwohnanlage in Rodenkirchen liegt direkt über einem Supermarkt.

Köln – In der Maternus-Seniorenwohnanlage in Rodenkirchen herrscht wegen der Corona-Krise derzeit der Ausnahmezustand. Zwei Bewohner, die an Covid-19 erkrankt waren, sind verstorben, wie der Leiter des Gesundheitsamtes, Johannes Nießen, am Montagabend bestätigte.

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Bereits am Freitag hatte der Träger der Einrichtung, das Berliner Unternehmen Cura, erklärt, fünf Mitarbeiter und mehrere Bewohner seien positiv auf das Virus getestet worden.

Mindestens vier Patienten hätten sich zur stationären Behandlung ins Krankenhaus begeben müssen. Der Heimleiter sei positiv auf Corona getestet, die Pflegeleiterin wegen einer Covid-19-Erkrankung in der Familie in häuslicher Quarantäne. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger” berichtet, seien weitere Erkrankte von den anderen Heimbewohnern isoliert worden.

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Man habe inzwischen eine Regionalleiterin aus der Eifel nach Köln beordert, um in Rodenkirchen die Geschäfte zu übernehmen, sagte Melanie Hoffmeister von der Cura Unternehmensgruppe, die bundesweit 50 Seniorenheime betreibt. Vier Pflegekräfte seien aus Hamburg und aus Schleswig-Holstein abgezogen worden, um die hier ausgefallenen Kräfte zu ersetzen.

Die Maternus-Seniorenanlage im Kölner Süden verfügt über 100 Pflegeplätze im Seniorencentrum auf der Hauptstraße 128 und zusätzlich 158 Appartements für Betreutes Wohnen.

Corona in Köln: Heim in Rodenkirchen ist kein Einzelfall

Das Rodenkirchener Heim ist kein Einzelfall. Das Gesundheitsamt verzeichnete am Freitag 51 bestätigte Corona-Fälle in Seniorenheimen und Behinderteneinrichtungen, drei Bewohner waren verstorben. Mit den beiden Fällen aus Rodenkirchen hat sich ihre Zahl nun auf fünf erhöht. Allein in einer Einrichtung für Behinderte erkrankten 14 Bewohner und drei Mitarbeiter. Die Stadt sah sich am Montag nicht in der Lage, aktuelle Zahlen zu liefern. Diese seien erst für nächsten Freitag zu erwarten, sagte eine Sprecherin.

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Unterdessen ist auf Facebook eine Diskussion über eine mögliche Ausgangssperre für die Bewohner des Rodenkirchener Heims entbrannt. „Warum dürfen Bewohner zum Einkaufen das Haus verlassen, trotz Besuchsverbots? Das passt doch nicht zusammen“, heißt es in einem Kommentar auf der Seite des Heims. Ein anderer Nutzer schreibt: „Welch eine bescheuerte Regelung. Es gibt ein Betretungsverbot, aber die Bewohner dürfen raus.“

Kölner diskutieren über Ausgangssperren für Heimbewohner

Eine Angehörige berichtet, sie habe viele der ihr bekannten Bewohner während ihres Einkaufs bei Rewe angetroffen. Der Supermarkt liegt im Erdgeschoss direkt unter der Einrichtung und wird daher gerne von den Senioren genutzt.

Cura verwies dagegen auf die geltende Rechtslage. Man habe nicht die Befugnis, ein Ausgangsverbot zu verhängen, sondern könne nur an die Vernunft appellieren. Alle Bewohner könnten einen Einkaufsdienst in Anspruch nehmen. (red)

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