Kölnerin kann es nicht lassen Aldi-Diebin (42) saß schon zehn Jahre im Knast

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Die Angeklagte (42) in Saal 18 des Kölner Justizgebäudes.

Köln – „Was machst Du denn, Mädel?“, so begrüßte Anwältin Monika Troll ihre Mandantin in Saal 18 des Kölner Justizgebäudes. Gerade erst aus der Haft entlassen, wurde die 42-Jährige schon wieder beim Klauen erwischt und kam direkt in Gewahrsam. Dabei wollte sie doch ihrer schwerkranken Mutter beim Umzug in ein Hospiz helfen, wie die Angeklagte beim Prozess im beschleunigten Verfahren berichtete.

Köln: Schwerkranke Mutter aus Polizeigewahrsam angerufen

„Meine Mama ist aus allen Wolken gefallen, als ich aus dem Polizeigewahrsam angerufen habe“, sagte die Angeklagte, die am Silvestermorgen festgenommen worden war; da sie keinen festen Wohnsitz hat, blieb sie bis zur Verhandlung drei Tage später in Haft. Die Kölnerin hat allerdings bereits 21 Eintragungen in ihrem Vorstrafenregister. 

Im aktuellen Fall hatte die Angeklagte einer Kundin beim Discounter Aldi in Kalk die an ihrem Einkaufswagen hängende Handtasche gestohlen. Sie habe es allerdings nur auf die Wertsachen abgesehen gehabt, nicht auf Papiere oder Schlüssel; daher habe sie die Tasche an die Tür des Discounters gehängt, bevor sie erwischt wurde. 

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Die Angeklagte mit ihrer Anwältin Monika Troll.

Köln: Senioren und Mütter im Supermarkt beklaut 

Nach dem gleichen Schema geht die schwer heroinabhängige Frau seit vielen Jahren vor; oftmals hatte die Angeklagte in Supermärkten wie REWE, Edeka oder Kaufland Senioren oder Mütter mit kleinen Kindern beklaut. Befanden sich EC-Karten mit notiertem Pin in der Tasche, hob die Täterin noch Geld am Automaten ab. 

Mehr als zehn Jahre saß die 42-Jährige in ihrem Leben bereits in Haft. Am Tattag habe sie eigentlich Methadon nehmen wollen, aber den Zeitpunkt zur Abgabe verschlafen. 

Köln: Erst Heroin geraucht, dann bei Aldi geklaut 

Eine Freundin habe ihr dann mit Heroin ausgeholfen, das sie geraucht habe. Dann habe sie Geld besorgen wollen und sich für einen weiteren Diebstahl entschieden. 

„Ich möchte nur meine Mama am Montag ins Hospiz bringen“, sagte die Angeklagte, ihre Anwältin Monika Troll beantragte die Aufhebung des Haftbefehls. Die Richterin stimmte dem zu. Zwar verhängte sie sechs Monate Haft ohne Bewährung; bis zum Haftantritt kam die Serientäterin aber frei.

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