Beliebter Veedels-Treff Kölner Büdchen soll gerettet werden – mit ungewöhnlichem Plan

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Der Kiosk Casablanca in Sülz startet nun ein spannendes neues Projekt.

Köln – Im Veedel ist das Kiosk „Casablanca” in Köln-Sülz beliebt wie eh und je. Nicht nur für den schnellen und unkomplizierten Einkauf zu allen denkbaren Zeiten, sondern auch aufgrund der Herzlichkeit, die von Seiten der Betreiber an die Besucher weitergegeben wird.

Kiosk Casablanca in Sülz soll Genossenschaftsbüdchen werden

Erst im Jahr 2017 hatte die Sülzerin Barbara Krings mit ihrem Lebensgefährten das Büdchen an der Euskirchener Straße, Ecke Sülzburgstraße eröffnet. Mit einem engagierten Konzept wurde das „Casablanca” zu einer beliebten Anlaufstelle im Veedel. Einmal im Monat gab es Lesungen oder Konzerte, die sehr gut aufgenommen wurden. Auch das Sortiment ging über das übliche Angebot hinaus.

Doch der Aufwand, den Krings für ihr Büdchen betreiben muss, ist zu groß geworden. Die Dame des Hauses arbeitet hauptberuflich als Producerin beim Fernsehen, private und gesundheitliche Probleme machen ihr obendrein zu schaffen. Die Folge: Der Betrieb ist „nebenher” nicht mehr zu bewältigen.

Kiosk Casablanca in Köln-Sülz: einzigartiges Projekt in der Stadt

Darum wird nun ein Projekt gestartet, das man in Köln noch nicht wirklich kennt. Konkret hat sich eine Gruppe von Nachbarn zusammengeschlossen, um den ersten Genossenschaftskiosk in Köln zu gründen.

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Bei der Vereinsgründung: Barbara Krings (vorne) mit einigen Nachbarn aus Sülz.

Dafür wurde der „Förderverein Kultur und Nachbarschaft im Büdchen“ gegründet und eine Crowd-Funding-Kampagne gestartet, die noch bis zum 30.12. läuft. „Wir sammeln Geld, um das Büdchen bis zur Gründung unserer Genossenschaft weiter betreiben zu können“, so Barbara Krings. Ziel sind 9.000 Euro bis Jahresende.

Kiosk Casablanca in Köln: bereits knapp 4.000 Euro

Zur Erklärung: Die Gründung einer Genossenschaft dauert bis zu sechs Monaten und kann nur konkret angegangen werden, wenn die Aussicht auf genügend zukünftige Anteilseigner besteht. Der Anfang ist zumindest gemacht, am Donnerstag (05.12.2019, 13:30 Uhr) waren bereits knapp 4.000 zusammengekommen, etwa 45 Prozent der benötigten Geldsumme.

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Für den 19. Dezember haben die engagierten Nachbarn noch ein Ass im Ärmel. Dann nämlich wird der Kampagnen-Endspurt mit einem Auftritt von „Loup & Hecker” eingeläutet, die im „Casablanca” eines ihrer beliebten Mitsing-Konzerte geben. Die Privatbrauerei Gaffel lädt die Gäste an dem Abend auf Kölsch und Fassbrause ein, dafür sollen Spenden an das Projekt gezahlt werden.

Kiosk Casablanca in Sülz: Zweite Phase startet im Jahr 2020

Wer mitmachen möchte, kann sich über www.startnext.com/buedchencasablanca eintragen und noch mehr über das Projekt erfahren. Sollte das erste finanzielle Ziel erreicht werden, soll es für den Zeitraum bis Juni 2020 ein neues Funding-Ziel geben (15.000 Euro). Mit diesem Budget sollen dann unter anderem verlängerte Öffnungszeiten, festes Personal und ein erweitertes Sortiment ermöglicht werden. „Wir können feste Arbeitsplätze schaffen und die Lebensqualität im Veedel erhöhen”, heißt es auf der Seite.

Sollte das Ziel von 9.000 Euro nicht erreicht werden, muss das Büdchen zeitnah schließen.

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