Brauchtum in Gefahr Das muss jetzt sein: Handy-Verbot in Kölner Karnevals-Sälen

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Auch Blötschkopp Marc Metzger hätte nichts gegen ein Handy-Verbot.

Köln – Fast wäre die Aktion von Dirk Metzner untergegangen. Aber sie lässt aufhorchen. Da weist ein Kölner Hotelchef (der bei Karnevalssitzungen auf den Umsatz angewiesen ist) sein Personal an, während einer Büttenrede nicht im Saal zu servieren (hier lesen Sie mehr). Dazu der EXPRESS-Kommentar:

Köln: Anweisung in Kölner Karnevals-Saal

Eine kleine Anweisung mit großer Wirkung: Sie zeugt von Respekt. Und zwar für diejenigen, die auf der Bühne Großes leisten. Die Rednerinnen und Redner sollen ihren Vortrag ungestört vorsprechen dürfen.

Die Aktion von Dirk Metzner könnte durchaus Schule machen: Gürzenich, Sartory, Messe und Co. könnten sich davon eine Scheibe abschneiden. Denn sie zeugt von ganz viel Jeföhl für den Fasteleer. Und davon, nicht nur das Geld im Blick zu haben.

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Damit Künstler wie Achnes Kasulke ihren Vortrag ordentlich gestalten können, brauchen sie wieder mehr Respekt vom Publikum.

Publikum im Kölner Karneval muss umdenken

Aber: Nur die Gastronomie ist nicht dafür verantwortlich, dass in den letzten Jahren der Respekt vor den Künstlern deutlich geschrumpft ist. Das liegt in erster Linie an den Jecken, die permanent ihr Handy zücken.

Ein Foto hier, ein Filmchen da und dann raus ins Netz! Nur um der Welt mitzuteilen: „Ich bin hier“. Und im Film müssen dann möglichst noch die besten Gags der Redner drin sein, sonst gibt es ja keine Likes. In digitalen Zeiten eigentlich ein ganz normaler Vorgang. Dass aber insbesondere der Kölner Karneval darunter extrem leidet, verstehen die Wenigsten.

Redner im Kölner Karneval durch soziale Netzwerke unter Druck

Mal überlegt, dass ein Redner auch noch in den nächsten Saal muss? Dort hat man die Pointen dann schon im Netz gesehen. Die Lacher bleiben aus. „Hat mich nicht vom Hocker gerissen“, heißt es dann. Trotz einer hervorragenden Darbietung.

Letztlich muss ein Umdenken her: Schaffen wir es, mal 20 Minuten einfach nur noch zuzuhören? Denn Karneval und insbesondere eine Sitzung sind doch dazu da, mal aus dem Alltag auszubrechen. Mal keinen Job, mal kein Handy. Einfach ein paar Stunden Fastelovend fiere.

Kölner Karneval: Handy-Verbot für Gürzenich, Sartory und Co. muss her

Aus diesem Grund muss ein generelles Handy-Verbot in den Kölner Karnevalssälen her. Im Foyer beim Kölsch gerne. Aber aus Respekt vor den Künstlern muss es ab sofort zum guten Ton gehören, im Saal eben zuzuhören. Und das Smartphone aus der Hand zu legen.

Wenn sich die Vereine zusammenschließen und das Saal-Verbot für Handys durchsetzen, tun sie den Künstlern und ihren Sitzungen etwas Gutes. Und damit auch dem Kölner Karneval.

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