Der „KarneWALD“ ist eins der beiden Spendenprojekte des Kölner Dreigestirns der Session 2025. Im äußeren Grüngürtel wurden 10.000 Setzlinge in die Erde gebracht, die den Wald bilden sollen.
„Nachhaltig das Klima verändert“Ex-Dreigestirn hinterlässt Köln tolles Erbe

Copyright: Marcel Schwamborn
Das ehemalige Kölner Dreigestirn bei der Pflanzaktion im „KarneWALD“. Hendrik Ermen, René Klöver und Michael Samm (v.l.) haben dieses Projekt mit den gesammelten Spenden möglich gemacht.
Bei der Wahl des richtigen Schuhwerks hatten einige der 150 Gäste angesichts des matschigen Bodens etwas danebengegriffen. Doch dafür schien wenigstens die Sonne am Samstagvormittag (29. November 2025) pünktlich vom Himmel, als das ehemalige Kölner Dreigestirn zum Spaten griff.
Im äußeren Grüngürtel bei Köln-Raderthal wurde der Startschuss für den „KarneWALD“ gegeben. Auf einer Fläche von über 20.000 Quadratmeter wurden rund 10.000 Setzlinge in die Erde gepflanzt. Finanziert wird das Projekt mit den Spenden, die das Dreigestirn in der Session gesammelt hat.
Dreigestirn sammelte 77.777 Euro für den neuen „KarneWALD“
René Klöver, Michael Samm und Hendrik Ermen hatten in der Session für zwei Projekte gesammelt. Zum einen unterstützt das ehemalige Dreigestirn die Gestaltung des Marie-Luise-Nikuta-Platzes am Rudolfplatz. Der „Freundeskreis Marie-Luise Nikuta – Levve un Levve losse“ erhielt einen Scheck über 25.555 Euro und ernannte die ehemaligen Tollitäten zu Ehrenmitgliedern.
Das Herzensprojekt von Jungfrau Marlis ist jedoch der „KarneWALD“. Dank der gesammelten Spenden von 77.777 Euro konnte munter gepflanzt werden. Buche, Vogelkirsche, Spitzahorn, Linde, Eiche und Hainbuche wurden von vielen Mitgliedern der StattGarde Colonia Ahoj in die vorbereiteten Löcher gesetzt.
„Ursprünglich hatten wir mal die Idee, eine Allee mit 111 Bäumen zu pflanzen. Das hätten wir bei der Stadt Köln aber fünf Jahre vor unserer Bewerbung zum Dreigestirn beantragen müssen“, scherzte Ex-Prinz René I. So entstand der Plan, angelehnt ans Sessionsmotto „FasteLOVEnd, wenn Dräum widder blöhe“, die grüne Lunge der Stadt zu erweitern.
Der Landtagsabgeordnete Jochen Ott, der auch Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln ist, lobte das Engagement. „Es zeigt, welche Kraft der Karneval hat.“ Das Aufforstungsprojekt „Ein Wald für Köln“ laufe schließlich schon seit 2009. „Ihr habt dem Thema aber eine ganz andere Dimension gegeben. Nach eurem Vorbild sind große Kölner Unternehmen nachgezogen und haben ebenfalls einen Wald gepflanzt.“

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An der Stele sind 42 Plaketten von Spendern angebracht, die den „KarneWALD“ besonders unterstützt haben.
Das Dreigestirn habe die Menschen nicht nur zum Tanzen und Lachen gebracht. „Ihr sorgt auch dafür, dass die Enkelgeneration ein gutes Köln vorfindet“, sagte Ott. Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn konnte da nur zustimmen: „Ihr drei habt nachhaltig das Klima verändert. In eurer Session war viel Liebe und viel Politik in der Stadt und ihr habt wunderbare Statements für unser Zusammenleben und die Vielfalt gesetzt.“ Durch den Wald bliebe dieses Trifolium nachhaltig in den Herzen der Menschen.
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Welche Wirkung dieser Grünstreifen auf der Fläche von zwei Fußballfeldern habe, machte Umwelt- und Klimadezernent William Wolfgramm deutlich: „Der Klimawandel trifft auch Köln. Wir werden 30 Tage mehr Hitze haben, da helfen solche Wälder enorm. Ihr habt gezeigt, dass Karneval für Nachhaltigkeit steht.“

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Das ehemalige Trifolium hatte gleich zwei Schecks mitgebracht. André Schulze Isfort (2.v.r.) bekam die Spende für Freundeskreis Marie-Luise Nikuta. Jochen Ott (l.) vertrat die Schutzgemeinschaft deutscher Wald.
Ein paar Fakten zum Wald sind auf einer Infotafel zusammengefasst. Dort entstehen täglich 82 Kilogramm reiner Sauerstoff – so viel wie 1000 Menschen täglich zum Leben benötigen. Die Temperatur dort sei bis zu zehn Grad kühler als in der City. Zudem würden 60 bis 250 Tiere und unzählige Insekten dort in einer natürlichen Umgebung ein Zuhause finden.
Neben dem Wald steht auch eine holzgeschnitzte Stele. Daran sind 42 Plaketten von Spendern angebracht, die die Aktion mit 1111 Euro unterstützt haben. Zudem hat das Dreigestirn drei spezielle Bäume am Eingang. Für den Prinzen steht der Blauglockenbaum („Einfach schön anzusehen“), für den Bauern eine Rot-Eiche („Standhaft und unaufgeregt“), für die Jungfrau eine Walnuss („Immer für eine Überraschung gut“).

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Auch das designierte Dreigestirn um Prinz Niklas I. (M.), Bauer Clemens (r.) und Jungfrau Aenne machte bei der Pflanzaktion mit.
Einziger Wermutstropfen: Die gestiftete Bank am Wald wurde vor gut einer Woche aus der Erde gerissen und geklaut. „Dem Bankräuber habe ich einen schlimmen Durchfall gewünscht“, sagte Ex-Jungfrau Marlis. Regimentspfarrer Markus Herzberg nahm diesen Wunsch sogar in sein Gebet zur Walderöffnung auf.
Prinz René war auch immer noch fassungslos: „Wahnsinn, was die Menschen so umtreibt. Wir hoffen, dass wir noch mal einen neuen Versuch mit einer weiteren Bank unternehmen.“
