Kein Fastelovend Große Sorge um Kölner Top-Karnevalist und seine Frau

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Blick ins berühmte Vringsveedel auf die Severinstorburg.

Köln – Als würde man Lukas Podolski den Fußball wegnehmen, Sebastian Vettel den Rennwagen oder Rainer Maria Kardinal Woelki, der spontan für den erkrankten Prinz Karneval einsprang(hier lesen Sie mehr) den Kölner Dom. So etwa fühlt sich jetzt der stadtbekannte Ur-Kölner, Oberkarnevalist, Heimatforscher, Moderator und Autor Reinold Louis. Der 79-Jährige darf erstmals in seinem Leben nicht Fastelovend feiern. Ein schwerer Schicksalsschlag traf ihn und seine Ehefrau: et Hätz!

Kölner Karneval: Schock nach Herzinfarkt 

Melancholie und Schwermut liegen in der Stimme des stets so fröhlichen und agilen Karnevalsjecken: „Ich bekam einen Herzschrittmacher und muss mich schonen.“ Nicht genug Dress: Auch seine Ehefrau Katharina, seit 56 Jahren an seiner Seite, traf ein Unglück: „Zwei Tage vor Weihnachten erlitt sie einen Herzinfarkt. Nach OP und drei Bypässen ist sie nun in der Reha. Das war schon ein Schock. Immerhin: Wir leben noch. Das ist ja auch was wert ...“

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Seit mehr als 50 Jahren im Kölner Karneval aktiv: Reinold Louis.

Kölner Karneval: Reinold Louis nicht dabei

Dutzende Vereinsmitgliedschaften, Auszeichnungen und Medaillen hat Louis im Laufe der Jahrzehnte gesammelt. Auch jede seiner 25 Karnevalskappen bleibt jetzt im Schrank: „Ich habe schon als Kind unter den Tribünen immer Kamelle gesucht. Ein Jahr, eine Session war schöner als das andere. Karneval war für mich immer wie ein Putzlappen, der kurz mal alles wegwischt, was einen im Alltag belastet. So ein Rosenmontagszug ist wie ein Gesamtkunstwerk, auf das ich mich jedes Jahr gefreut habe. Jetzt nicht mehr dabei zu sein, das ist bitter.

Kölner Karneval: „Bei uns em Veedel“

Der kölsche Jung hält sich nun bei seiner Genesung via EXPRESS über alle jecken Neuigkeiten auf dem Laufenden und freut sich als ausgewiesener Stadtteil-Experte über die Berichterstattung aus den Veedeln und über die Veedel. Und da holt Louis für die EXPRESS-Leser einen kleinen Schatz aus seinem Fundus: Ein Lied, das das anheimelnde Leben im Veedel beschreibt, lange bevor dies die Bläck Fööss 1989 in ihrem Mega-Hit „En unserem Veedel“ besangen.

„In Haus - und Straßengemeinschaften wurde gefeiert, gesungen und auch geweint. In den Veedeln kam ein Wir-Gefühl auf, man hielt zusammen und sprach eine Sprache. Das Kölsch war damals sogar von Veedel zu Veedel unterschiedlich.“ 1936 spiegelte sich dieses Gemeinschaftsgefühl in dem Lied „Bei uns em Veedel“ wider: „Zwesche Blaubach un däm Päälegrave“, also zwischen Blaubach und Perlengraben, ein Stück westlich vom Rheinauhafen.

Kölner Veedel: „Et schönste vun Collong“

„Die Gägend, die eß bong, et bliev et schönste Veedel vun Collong“ heißt es da. Also: Die Gegend, die ist schön, es ist das schönste Viertel von Köln. Reinold Louis: „Jeder fand natürlich, dass sein Veedel das Schönste ist. Ich bin ja im Vringsveedel aufgewachsen und für uns war alleine die Straße und die Häuser drumherum unsere Heimat. Das aktuelle Sessionsmotto „Et Hätz schleiht em Veedel“ ist insofern fantastisch, weil jeder Kölner damit viele Geschichten und seine eigene Geschichte verbindet.“

Man merkt: Reinold Louis lebt und liebt Köln und den Karneval. Aber die nächste Session kommt ja bestimmt. Und da ist Kölns Brauchtumsforscher Nr.1 sicher wieder dabei.

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