Kölsche Ära Heute vor 90 Jahren begann diese Erfolgsgeschichte

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Henry Ford persönlich legt am 2. Oktober 1930 den Grundstein für die Kölner Ford-Werke.

Köln – Wer diese Zeilen liest, ist mit Ford aufgewachsen. Er oder sie saß vielleicht auf langen Reisen in Opas Taunus oder Vaters Granada, träumte vom schnittigen Capri, knutschte im Fiesta oder arbeitet heute vielleicht in dem legendären Werk, das vor 90 Jahren gegründet wurde. Happy Birthday, Ford! Was wäre Köln ohne dich?

Auf jeden Fall keine Autostadt. Rund 17,5 Millionen Fahrzeuge von 19 unterschiedliche Baureihen liefen bereits in den Kölner Ford-Werken vom Band.

Etwa 18.000 Mitarbeiter aus 50 Nationen schrauben hier an Motoren und Kölns Weltbestseller, dem Fiesta. Zusammen mit all den Kollegen aller Zulieferer, Dienstleister, Logistiker und Autohäuser sind geschätzt 100.000 Menschen, Beschäftigte wie deren Angehörige existenziell von Ford abhängig – also etwa jeder zehnte Kölner.

Ford: Konrad Adenauer veränderte Köln

Und das alles zu verdanken ist einer Kölner Legende: Oberbürgermeister Konrad Adenauer, geboren 1876, hatte seine Heimatstadt bereits nachhaltig verändert und einige Großprojekte vorangetrieben.

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Ford Werk Köln-Niehl, 2. Oktober 1930: Grundsteinlegung in Anwesenheit von Henry Ford (3. v. links) und Konrad Adenauer (rechts).

Die Messehallen waren erbaut, die Universität neu gegründet und der Grüngürtel angelegt. Nun wollte er ein Unternehmen von Weltrang, das auf der Suche nach einem neuen Produktionsstandort in Deutschland ist, an den Rhein locken.

Die wichtigsten Daten der Kölner Automobilgeschichte

1931 Als erster Ford „made in Cologne“ läuft am 4. Mai ein Lkw vom Band, der Ford Schnell-Laster Modell AA.
1932 ersetzt das Modell B „Rheinland“ das Modell A, gleichzeitig kommt das Modell Y, den Kleinwagen „Köln“.
1939 ersetzt der erste „Buckel-Taunus“ das Modell „Eifel“, es folgen sechs weitere Generationen aus Köln.
1944/45 wird die Autofabrik im Kriegsgeschehen zerstört.
1956 erreicht der Standort Köln erstmals die stolze Zahl von 10.000 Beschäftigten.
1958 werden 100.000 Fahrzeuge pro Jahr produziert.
1962 Eröffnung des Motorenwerks, V6-Export in die USA.
1969 rollt der Capri vom Band und wird zur Ford-Ikone.
1979 zieht die Fiesta-Produktion nach Köln. Mehr als neun Millionen Stück liefen bisher vom Band. Europas meisterverkaufter Kleinwagen.
2001 investiert Ford 525 Mio Euro in den Zulieferpark und die Fertigung. Köln wird Europas modernste Autofabrik.
2008 startet die siebte Fiesta-Generation. Schon Januar 2010 läuft die 500.000. Einheit vom Band – Rekord.
2014 wird in Merkenich ein Klimawindkanal gebaut, der Windgeschwindigkeiten bis 250 km/h und Temperaturen von minus 40 bis plus 55 Grad Celsius simulieren kann.
2020: Ford elektrifiziert seinen Bestseller aus Köln: Im Sommer kommt der Fiesta EcoBoost Hybrid. Bis Ende 2021 sollen in Europa insgesamt 18 E-Ford-Modelle auf dem Markt sein.

Und das gelang: Köln setzte sich gegen mehrere Städte durch, etwa Frankfurt am Main oder Magdeburg, und erhielt den Zuschlag der Ford Motor Company. Am 2. Oktober 1930 kam der damals schon legendäre Firmengründer Henry Ford nach Köln, um mit Adenauer den Grundstein des neuen Ford-Werks zu legen.

Ford bleibt trotz Krisen auf der Überholspur

Vorher hatte Ford in Niehl ein 17 Hektar großes Gelände mit einer 740 Meter langen Rheinfront erworben. Ford gab sich schon damals äußerst zuversichtlich: „Ich weiß, die Deutschen werden einen guten Job machen.“

Ford behielt Recht. Auch wenn der Kölner Autobauer wegen Wirtschaftskrisen, Sparprogrammen oder Corona-Lockdown mit angezogener Handbremse fahren musste – er bleibt auf der Erfolgsspur. Inzwischen rollen wieder 1120 Fiesta täglich vom Band, also fast ebenso viele wie vorm Corona-Stillstand (1150 Stück täglich).

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Papas Stolz: Der Ford Capri wurde in den 80er Jahren zum Kultauto – und in der zweiten Generation dank  neuer, großer Kofferraumklappe auch  familientauglicher. 

„Das leicht reduzierte Produktionsvolumen liegt an zusätzlichen Pausen, die Ford seinen Beschäftigten aufgrund der Maskenpflicht gewährt“, so ein Ford-Sprecher.

Ford ist tief in der Kölner Gesellschaft verwurzelt

Doch Ford ist nicht nur als Kölns größter privater Arbeitgeber und Berufsausbilder (seit 1934 zählte das Werk 16.300 Lehrlinge) tief in der Gesellschaft verwurzelt.

Für den Rosenmontagszug standen seit 1951 Fahrzeuge als Bagagewagen, also als Transportfahrzeuge für „Kamelle“ und Strüßjer“ bereit. Seit 1965 war das Dreigestirn und das Präsidium des Festkomitees während der Session in Ford-Modellen unterwegs. Seit 1994 steht die Partnerschaft mit dem 1. FC Köln. Spieler, Trainer, Präsidium und Management fahren, na klar: Ford.

Und seit 1996 zeigt der Autobauer bei der schwul-lesbischen Parade des Kölner Christopher Street Day (CSD) Flagge – für Toleranz und zeitgemäßes Denken. Köln und Ford – auf die 100!

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