Flughafen-Schließung? Airport-Chef Vanneste: „Nur über meine Leiche“

Johan Vanneste

Johan Vanneste, Jahrgang 1960, ist seit Mai 2018 Geschäftsführer des Flughafens Köln/Bonn.

Köln – Die Auswirkungen des Coronavirus machen sich auch beim Flughafen Köln-Bonn bemerkbar. „Was aktuell um uns herum passiert, habe ich noch nie erlebt. Das ist viel größer als die Finanzkrise 2008 oder 9/11“, sagt Flughafen-Chef Johan Vanneste.

Mit Blick auf den Flugplan wird deutlich, dass es – wie beim Flughafen Düsseldorf – im März um einen Rückgang von ca. 30 Prozent geht. Allein durch die restriktiven Einreisebeschränkungen der Türkei fallen in Köln-Bonn täglich rund 20 Flüge aus. Andere Gesellschaften wie die Lufthansa streichen den Flugplan gnadenlos zusammen oder denken wie Ryanair darüber nach, Flüge temporär komplett einzustellen.

Für den Flughafen Köln-Bonn wär dies eine dramatische Situation. Eine Schließung des Airports steht laut Flughafen-Chef Johann Vanneste aber nicht zur Diskussion. „Nur über meine Leiche“, sagte der Belgier im Interview mit KStA.de.

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Vanneste begründet dies: „Wir sind ein enorm wichtiger logistischer Standort. Bei den Passagierflügen gibt es Einbrüche, nicht aber bei der Fracht, da sind wir aktuell sogar über Plan. (...) Köln/Bonn ist ein wichtiger Teil der Logistikkette, besonders in der jetzigen Situation. Alleine das ist schon ein Grund, warum wir 24/7 offen bleiben müssen.“

Flughafen CGN: Muss das Land mit Hilfsmaßnahmen einspringen?

Die wirtschaftlichen Folgen werden für Johan Vanneste und den Flughafen Köln-Bonn dennoch deutlich spürbar sein. Am Freitag soll bei einem Gespräch mit dem Aufsichtsrat die finanzielle Situation besprochen und mögliche Lösungen gefunden werden. Denkbar ist auch, dass der Flughafen Köln-Bonn mit seinen Gesellschaftern (Eigentümer sind Bund, Land Stadt und Kreise) über Hilfsmaßnahmen sprechen wird.

Vanneste versucht jedoch, zu beruhigen: „Es gibt keinen Grund für unsere 1.800 Mitarbeiter, verunsichert zu sein. Wir werden alles tun, um diese Krise gemeinsam zu überstehen.“

Coronavirus: Auswirkungen auf Airport noch bis Ende Juni zu spüren

Vanneste rechnet damit, dass der Flughafen die Corona-Auswirkungen noch bis mindestens Ende Juni spüren wird. Bei allen wirtschaftlichen Nachteilen: Für eine neue Einnahmequelle beim Airport hat COVID-19 auch gesorgt. Denn immer mehr Airlines parken ihre temporär nicht mehr benötigten Maschinen in Wahn.

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Flughafen Köln-Bonn: Parkplatz für nicht benötigte Flugzeuge

Vanneste will sogar die sich im Umbau befindliche kleine Landebahn als Parkplatz nutzen. Der Genehmigung sei bereits erteilt worden. „Unser Vorteil ist: Auch die ganz großen wie die Boeing 747 oder Airbus A380 können bei uns landen, weil wir die große Interkontinentalbahn haben.“

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