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Irrer Ferrari-Klau in Neuss Kölns Star-Autohändler verrät 7 Tricks gegen Gauner

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Kölns Rolls-Royce-Chef Michael Gleissner.

Köln – Es war der dreisteste Autoklau des Jahres: Beim Fahrerwechsel während einer Probetour gab ein Gauner im Mai 2019 Vollgas und klaute einem Neusser Händler einen zwei Millionen Euro teuren Ferrari. Abends wurde die Luxus-Karosse, die dem ehemaligen Formel 1-Star Eddie Irvine gehörte, dann entdeckt (hier lesen Sie mehr). 

Der Fall schockte neben diversen Autoverkäufern im Rheinland auch Kölns „König“ der Luxuswagen-Händler, Michael Gleissner. Der mehrfach zum besten Rolls-Royce-Verkäufer für Deutschland, Nord- und Osteuropa prämierte 48-Jährige packt im EXPRESS aus, mit welchen geheimen Tricks sich die Verkäufer vor potenziellen Betrügern wappnen.

Google und Klamotten checken

Den potenziellen Käufer vorab durchleuchten:

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„Wer sich einen Wagen für ein Vermögen kaufen kann, ist meistens kein Nobody und wohnt nicht im Plattenbau. Schon anhand des Namens und der Adresse kann man im Internet erfahren, wer der Interessent ist und ob man misstrauisch sein könnte.“

Der Klamotten-Check:

„Leute, die Anzug und Krawatte tragen und aussehen, als ob sie auf dem Weg zum Steuerberater oder zur Beerdigung sind, sind keine typischen Luxuswagen-Käufer. Unsere Klientel ist eher sportlich gekleidet. Oft sind auch Jeans mit Löchern teurer als ohne. Autos sind Lifestyle und Freizeitvergnügen. Wer sich also extra für eine Probefahrt in einen biederen Anzug schmeißt, könnte schon für Skepsis sorgen.“

Der lustige Luxuswagen-EXPRESS-Test: Warum Sie sich besser keinen Rolls-Royce kaufen sollten ... Hier lesen Sie mehr!

Ausweis und Kreditkarte sichern

Kopien von Personalausweis und Führerschein machen:

„Ohne Ausweis und Fahrerlaubnis würde ich niemals einem Kunden einen Wagen anvertrauen. Wer darauf verzichtet oder sich auf Ausreden des Kunden einlässt, sollte über seinen Job nachdenken.“

Sich Zugriff auf die Kreditkarte geben lassen

... und diese probeweise mit einem Euro belasten. „So weiß ich, ob die Kreditkarte aktiv ist und über das Konto verfügt werden kann, was die Seriosität des Kunden natürlich unterstreicht.“

GPS-Tracker im Auto verstecken

Einen GPS-Tracker im Auto anbringen

(sofern der Wagen keinen Sender standardmäßig eingebaut hat), um das Fahrzeug jederzeit im Blick zu haben: „Mit den Geräten orten die Leute heutzutage Katzen, Hunde oder Fahrräder. Die sind schon sehr preiswert geworden. Wer einen Hunderttausende Euro teuren Wagen oder Oldtimer damit bei einer Probefahrt nicht ausstattet, macht als Händler etwas grundlegend falsch.“

Bei einer Probefahrt nie an einer Autobahn halten und die Plätze wechseln:

„Meist lasse ich den Kunden sowieso alleine fahren, um nicht wie ein Babysitter daneben zu sitzen. Er soll die Freiheit im Auto genießen. Wichtig ist natürlich immer eine gute Menschenkenntnis. Aber sollte ich dabei sein, achte ich immer drauf, dass der Kunde beim Fahrerwechsel nicht mit Vollgas geradeaus fahren und entkommen könnte“, so Gleissner. „Man muss dem Betrüger ja das Pferd nicht auch noch satteln ...“

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Schwer für potenzielle Diebe des sportlichen neuen RR-Modells „Wraith“: In eine handelsübliche Garage passt der 5,28 Meter lange Schlitten kaum hinein.

Vorwärts in der Parklücke halten

Beim Fahrerwechsel in der Stadt am besten eine Parklücke suchen,

...immer vorwärts einfahren, optimal auf einem belebten Parkplatz: „Wer schnell abhauen will, legt ungern zuerst den Rückwärtsgang ein. Und selbst dann könnte man noch Passanten auf den flüchtenden Autodieb aufmerksam machen.“

Ist ihm denn auch schon mal ein Wagen gestohlen worden? „Ja, einem Mitarbeiter. Ich war gerade mit Kunden auf Sylt“, so Gleissner. „Ein Interessent lieh sich hier bei Procar in Marsdorf einen Rolls-Royce-Phantom für mehr als 400.000 Euro aus. Kam aber nicht zum verabredeten Zeitpunkt zurück. Später orteten wir den Wagen in Bonn. Die Polizei setzte das Fahrzeug fest, wir fuhren den Royce mit dem Zweitschlüssel zurück und tauschten sofort das Schließsystem aus.“

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