„Korrekt verhalten“ Kölner Kardinal Woelki überrascht mit Aussage zu Missbrauchsfall

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Kardinal Rainer Maria Woelki, hier bei einem Gottesdienst im Kölner Dom am 2. Februar, hat sich zur massiven Kritik nach dem Missbrauchsskandal am Erzbistum Köln geäußert.

Köln – Überraschende Aussage im Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln. Der seit Wochen in der Kritik stehende Kardinal Rainer Maria Woelki (64) hat sich erneut zu Wort gemeldet und ein optimistisches Versprechen abgegeben. Deutlicher als zuvor gestand er außerdem Fehler ein, zog allerdings keine persönlichen Konsequenzen in Betracht.

  • Kardinal Josef Maria Woelki äußert sich zu Missbrauchsskandal
  • Erzbistum Köln steht seit Wochen in der Kritik
  • Woelki gibt Fehler zu, weist aber persönliche Verantwortung zurück

In einem Interview vom Donnerstag (4. Februar) mit der „Kölnischen Rundschau“ erklärte Woelki im Hinblick auf ein für den 18. März geplantes Gutachten: „Wir stehen kurz vor der Aufklärung.“ 

Erzbistum Köln: Kardinal Rainer Maria Woelki geht auf scharfe Kritik ein

Rainer Maria Woelki steht wegen seines Umgangs mit dem Missbrauchsskandal im Erzbistum unter großem Druck. Jahrelang sei sexualisierte Gewalt vertuscht und ignoriert worden, Täter sollen gedeckt und nicht an den Vatikan gemeldet worden sein. Auch die Aufarbeitung verlief zuletzt mit etlichen Problemen.

Das Vertrauen in die Kirche erlitt dadurch einen weiteren empfindlichen Riss. Die Zahlen der Kölner, die unter anderem als Folge der schleppenden Aufklärung aus der Kirche austreten wollen, ist in den vergangenen Wochen und Monaten enorm angestiegen.

Im Zuge des neuen Gutachtens versprach Woelki, dass die Namen der Verantwortlichen genannt werden würden. Für die massive Kritik, die unter anderem auf ihn eingeprasselt war, äußerte er gegenüber der „Kölnischen Rundschau“ Verständnis: „Wir haben Fehler gemacht, wir haben Vertrauen verspielt, ich verstehe die Ungeduld.“

Erzbistum Köln: Kardinal Rainer Maria Woelki: „Korrekt verhalten“

Gleichzeitig bedauerte Kardinal Woelki, es sei der Eindruck entstanden, das Erzbistum wolle „keine offene und unabhängige Berichterstattung“ über die Abläufe. Auf mögliche persönliche Konsequenzen ging der Kardinal dagegen nicht ein.

Im Fall eines Priesters wird Woelki vorgehalten, den Vatikan nicht über Missstände informiert zu haben. Eine Schuld weist er in diesem Fall allerdings von sich: „Ich habe mein Gewissen geprüft, und ich bin persönlich der Überzeugung, dass ich mich korrekt verhalten habe.“

Nachdem er auch kirchenintern, unter anderem vom Bonner Stadtdechanten Wolfang Picken, mehrfach scharf kritisiert worden war, befinde er sich derzeit aber in vielen klärenden Gesprächen, so Woelki. (bc)

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