Dealer am Ebertplatz Die Tat, die Köln schockte: Richter appelliert an den Angeklagten

6de54e06-7722-4070-8e18-0a9576b55fc4

Tod am Ebertplatz: Der Angeklagte, hier beim Prozess-Auftakt am 28. Mai 2020, wurde jetzt in Köln verurteilt.

Köln – Es war ein tumultartiger Streit, mutmaßlich unter Drogendealern, der eigentlich schon beendet schien. Doch dann soll Yacquub S. (24) auf dem Ebertplatz zu einer abgebrochenen Bierflasche oder einem ähnlich scharfkantigen Gegenstand gegriffen und einen Kontrahenten (25) attackiert und letztlich getötet haben.

Köln: Opfer verblutet nach Attacke auf dem Ebertplatz

Am Donnerstag startete der Prozess um vor dem Landgericht. Die Waffe hatte die Halsschlagader des Opfers geöffnet, eine vier Zentimeter lange und drei Zentimeter tiefe Wunde hinterlassen, auch wurde die Luftröhre getroffen. Der Mann verblutete noch vor Ort, der hinzugerufen Notarzt konnte nur noch den Tod des 25-Jährigen feststellen (hier lesen Sie mehr).

Ebertplatz 250819 WORRING

Die Spurensicherung nach der Gewalttat am 25. August 2019 am Ebertplatz.

Alles zum Thema Polizeimeldungen
  • Tote in Köln und Dortmund Wenn Polizei gegen Polizei ermittelt – wie das genau funktioniert
  • Spanner-Alarm in Köln Kameras auf Damen-WC – Polizei weiß jetzt mehr über Inhalt der Clips
  • Gefährlicher Fund Stadt Köln mit eindringlicher Warnung: Rhein-Uferbereich nicht betreten
  • Heftige Attacke in S12 Mann steigt in Kölner S-Bahn und wird für Opfer (57) zum schlimmsten Albtraum
  • Chemie-Anschlag auf Kirmes Kölner (40) stellt sich: Neue Details belasten ihn auch in anderem Fall
  • Nach Festival verschwunden Jetzt gibt es traurige Gewissheit: Vermisster Tobias (25) tot aus See geborgen
  • Bei Routine-Kontrolle in Köln Polizei schnappt gesuchte Männer – die versuchen abzuhauen
  • Siegburger „Klangfabrik“ Nach tödlichem Messerangriff: NRW-Disco trifft endgültige Entscheidung
  • Schock nach tödlichem Einsatz in NRW Polizei tötete Jugendlichen mit fünf Schuss aus Maschinenpistole
  • Bombendrohung in NRW-Großstadt Rathaus nach Drohanruf evakuiert – Polizei sperrt Innenstadt

Die Polizei konnte den Tatverdächtigen kurz darauf am Hansaring festnehmen. Verteidiger Wolfgang Kutsch sprach im Vorfeld von einer unübersichtlichen Gemengelage am Tatort, zum Prozessauftakt erklärte er, sein Mandant – Vater zweier Kinder, die in Somalia leben – würde sich schweigend verteidigen.

Köln: Beschuldigter hatte Blut des Opfers an der Kleidung

Der Vorsitzende Richter Peter Koerfers bemerkte darauf, dass Handydaten einen Aufenthalt des Angeklagten am Ebertplatz zur Tatzeit des 25. August vergangenen Jahres belegten. Auch sei Blut des Opfers an der Kleidung des Beschuldigten gefunden worden. Der Richter appellierte daher an den Angeklagten, sich doch zu äußern.

An dem damaligen Tumult sollen bis zu 15 Personen beteiligt gewesen sein, die alle als Zeugen in dem Verfahren in Betracht kommen, die sich auch zu einem möglichen Drogenhintergrund äußern sollen. Das strittige Geschehen soll bisher in insgesamt 16 Prozesstagen aufgeklärt werden, ein Urteil ist für den 18. August vorgesehen.

Kölner Polizeipräsident: „Bedauere, dass es wieder hier passiert ist“

Bereits im Oktober 2017 war es zu einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen Drogendealern auf dem Ebertplatz gekommen, einer der Täter erhielt eine Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten (hier lesen Sie mehr).

Nach der nun verhandelten Attacke hatte Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob gesagt: „Ich bedauere, dass es wieder hier passiert ist.“

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.