Wunschort wird Realität Stadt Köln bestätigt: Denkmal für NSU-Opfer endlich sicher

Denkmal Keupstraße

So soll das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des NSU-Nagelbombenanschlags in der Keupstraße aussehen

Köln – Der Anlass ist traurig, aber die Nachricht vom Dienstag (8. Juni) endlich der Durchbruch. Kurz vor dem 17. Jahrestags des Terroranschlags der NSU in Mülheim am 9. Juni 2004 verkündete die Stadt Köln, dass an der Ecke Keupstraße/Schanzenstraße, unweit des Orts der Detonation der Nagelbombe, ein Denkmal entstehen wird.

  • 17. Jahrestag des NSU-Anschlags in Köln
  • Nagelbombe hatte 22 Menschen verletzt
  • Stadt Köln gibt bekannt: Denkmal an der Keupstraße endlich gesichert 

Seit Jahren stand das Projekt im Raum, doch auf eine endgültige Entscheidung wartete man vergeblich. Erst im Dezember 2020 kam Bewegung in die Sache. Die neuen Eigentümer des Grundstücks an der Ecke Keupstraße/Schanzenstraße, die gentes Gruppe, gaben der Stadt Köln das Versprechen, dass dort das Denkmal entstehen könne.

Köln: Denkmal für NSU-Anschlag an Keupstraße kommt

Jetzt also die Bestätigung: Die Gruppe habe die „entsprechende Grundstücksfläche zur Verfügung gestellt und wird die Eigentumsrechte für die Platzfläche auf die Stadt Köln übertragen”, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Stadt Köln. Damit könne das Projekt in den nächsten drei bis vier Jahren umgesetzt werden.

2016 hatte das NS-Dokumentationszentrum in Köln einen Künstler-Wettbewerb gestartet, den der Berliner Ulf Aminde für sich entschied. Nach der einstimmigen Entscheidung wird das neue Kölner Denkmal nach seiner Idee umgesetzt.

NSU-Anschlag 2004: Bodenplatte aus Beton geplant

Geplant ist eine Bodenplatte aus Beton in den gleichen Maßen wie der Friseursalon, vor dem 2004 die Bombe explodierte. Durch das W-Lan vor Ort und eine spezielle App können Gäste dort ein virtuelles Bauwerk errichten. Die dargestellten Bausteine sind eigentlich Filme. So soll das Denkmal auf 550 Quadratmetern auch zum Ort der Begegnung, des Lernens und des Erinnerns werden.

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Künstler Ulf Aminde zeigt, wie es funktioniert: Vor Ort sieht man „real“ nur die 24 x 6 Meter große Betonplatte im Boden. Über eine App sieht man sie dann Filme und Fotos von Anwohnern, Schulkassen und anderen über Rassismus und den Anschlag in der Keupstraße.

OB Henriette Reker zeigte sich ob der neuen Entwicklungen erleichtert: „Ich bin sehr froh, dass es nun endlich zur Realisierung des Denkmals kommen kann. Dafür habe ich mich immer eingesetzt, denn es war und ist mir wichtig, hier das notwendige Zeichen zu setzen, auf das die Opfer der abscheulichen NSU-Terrorakte und deren Familien nun schon so lange warten. Der Standort ist genau da, wo er immer geplant war. Ich danke der neuen Grundstückseigentümerin für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Erinnerung an NSU-Anschlag: Köln plant Denkmal in Mülheim

„Es war für uns eine Selbstverständlichkeit, unsere Projektentwicklung in der Keupstraße mit den verschiedenen Beteiligten abzustimmen und so zu einer einvernehmlichen und der Bedeutung des Ortes angemessenen Lösung beizutragen“, sagte Michael Kraus, geschäftsführender Gesellschafter der „gentes Gruppe“.

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Die Kölner Keupstraße nach dem Nagelbomben-Attentat des NSU am 9. Juni 2004.

Am 9. Juni 2004 war auf der Keupstraße in Mülheim, dem Zentrum des türkischen Lebens in Köln, eine Nagelbombe explodiert. Neben den immensen Sachschäden wurden durch die gut 800 fliegenden Nägel 22 Personen verletzt, vier davon schwer. Die rechtsterroristische Gruppe NSU bekannte sich später zur Tat und dem rassistischen Hintergrund. (tw)

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