„Katastrophe für die Mädchen“ Kölner Bordell-Chef hat neue Corona-Regel jetzt schon satt

Flur und Innenraum von „Das Bordell Köln“ in der Hornstraße 87.

Noch ist „Das Bordell Köln“ am Donnerstag (19. August) geschlossen. Ab Freitag treten neue Corona-Regeln für Bordelle in Kraft.

Wird es für Kölns Freier nun ungemütlich? Wer jetzt noch ins Bordell gehen will, braucht einen aktuell gültigen PCR-Test. Wie sich die neue Corona-Verordnung auf seinen Betrieb auswirkt, erklärt der Chef von „Das Bordell Köln“ im EXPRESS-Gespräch.

Köln. „Du kannst morgen wieder kommen, aber nur mit PCR-Test“, erklärt Dieter K. einem Freier am Hörer. Der 57-Jährige sitzt rauchend und alleine in seinem Büro. Noch ist bei „Das Bordell Köln“ tote Hose. Seit einer Woche ist das Etablissement geschlossen. Aber seit Donnerstag (19. August) steht bei dem Bordell-Chef das Telefon nicht mehr still. Im Minutentakt rufen Freier an und wollen wissen, wann sie endlich wieder kommen dürfen. Der Andrang ist riesig. Doch die neuen Regeln sind unbekannt.

Kölner Bordell-Chef: „Katastrophe für die Mädchen“

Ab Freitag (20. August) soll es wieder losgehen. Doch statt wie bisher mit Antigen-Schnelltests jetzt nur noch mit den aufwendigen PCR-Tests. 

Denn es gilt die neue Corona-Schutzverordnung. Ob Bordelle ihre Dienste anbieten dürfen, ist dann nicht mehr nur vom Inzidenzwert abhängig, sondern davon, ob die Freier geimpft, genesen oder getestet sind. Laut aktueller NRW-Verordnung müssen Ungeimpfte in Kommunen und Kreisen mit einer Inzidenz über 35 einen PCR-Test vorlegen. Und der darf höchstens 48 Stunden alt sein.

„Für die Mädchen ist das eine Katastrophe. Die müssen alle zwei Tage einen PCR-Test machen und 80 Euro dafür hinlegen. Wie sollen sie das bezahlen?“ fragt sich Dieter K.

Kölner Prostituierte stammen aus Rumänien und Spanien

Einige der Prostituierten könnten dadurch ihre Familien in den Heimatländern nicht mehr unterstützen. „Nicht wir, sondern die Familien der Mädchen sind ihre Zuhälter, die bekommen das Geld“, sagt Dieter K. Die meisten Prostituierten in seinem Bordell würden aus Rumänien, Spanien und Köln stammen.

„Das Bordell Köln“ in der Außenansicht.

„Das Bordell Köln“ am Donnerstag (19. August). Noch ist hier tote Hose angesagt. 

Wie viel Geld die Prostituierten hier verdienen, will Dieter K. gegenüber EXPRESS nicht sagen. Die Frauen würden ihre eigenen Preise festlegen, da habe er angeblich keinen Überblick. Doch allein die Mietkosten für die Zimmer würden zwischen 100 und 150 Euro liegen. Manche seien in dieser Woche nach Holland gefahren, um weiter Geld verdienen zu können.

Kölner Bordell: „Jetzt lassen sich viele Mädchen doch impfen“

Die Auswirkungen der neuen Corona-Regeln sind dem Kölner Bordell-Chef klar. „Jetzt lassen sich viele Mädchen doch impfen. Aber nicht, weil sie die Impfung wollen, sondern weil sie das Geld nicht haben. Es dreht sich nur ums Geld, nicht um den Impfschutz“, behauptet K.

Bisher hätten viele junge Prostituierte wegen mangelnder Aufklärung und aus Angst auf die Corona-Schutzimpfung verzichtet. Oft habe K. selbst versucht, sie zu überzeugen. Erfolglos.

Köln: „Freier besorgen sich falsche Impfausweise“

Werden sich die bislang ungeimpften Freier nun impfen oder vorbildlich vor jedem Bordell-Besuch einen PCR-Test machen?

„Werden die nicht. Die besorgen sich falsche Impfausweise. Acht von zehn Freiern“, so die Befürchtung des Bordell-Chefs. Die größte Herausforderung sei es jetzt, das zu verhindern. Denn: „Die falschen Impfausweise sind ja kaum von den echten zu unterscheiden. Wie sollen wir das machen?“

Hierbei hoffe man auch auf die Unterstützung der Behörden. Bisher sei die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt positiv gewesen.

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