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„Das ist dann der Todesstoß” Neue Regel, die keiner kennt: Köln droht der Kultur-GAU

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Die „Volksbühne am Rudolfplatz“ an der Aachener Straße in Köln. 

Köln – Veranstalter und Theater-Leiter sind entsetzt, Künstler verzweifelt und die Zuschauer ratlos: Köln droht ein Kultur-Gau!

Grund ist das Amtsblatt der Stadt Köln (Sondernummer 76) zu Corona-Einschränkungen vom vergangenen Freitag.
Darin heißt es – leicht zu übersehen – unter Punkt 9: „Für Kulturveranstaltungen gilt: Die zulässige Anzahl an Zuschauenden wird auf ein Drittel (...) begrenzt.“

Kultur-Branche leidet: Neue Corona-Regel war bisher kaum bekannt

Und: Im Gegensatz zur bisherigen Regelung muss bei der Bestuhlung der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter eingehalten werden.

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Winni Rau von „Köbes Underground“ und Manager von Wilfried Schmickler: „Das bedeutet das Ende der meisten Theater-, Konzert und sonstigen Veranstaltungen in Köln. Die Kultur wird kaputt gemacht.“ Die Auswirkungen seien enorm. „Stand jetzt“, so Winni Rau, „findet die Stunksitzung nicht statt.“ Für die war sowieso nur ein Best-of-Programm vorgesehen. Aber auch das ist so nicht machbar.

Volksbühne am Rudolfplatz: Entsetzen über neue Corona-Regel 

Entsetzen auch in der Volksbühne am Rudolfplatz. Deren Chef Axel Molinski: „Wir haben jetzt erst einmal auf alle Veranstaltungen, zu denen mehr als 150 Besucher erwartet werden, den Deckel draufgemacht.“

Molinski weist auf ein weiteres Problem hin: Da Henriette Reker diese Beschränkung der Zuschaueranzahl bei der Präsentation der neuen Regeln nicht erwähnt hatte, sind die meisten Besucher ahnungslos. Molinski: „Bislang haben wir von der Solidarität unserer Gäste profitiert, weil sie kein Geld zurückhaben wollten. Aber diese Stimmung dreht sich zurzeit.“

Kölner Kultur muss Mindestabstand durch Bestuhlung gewährleisten

Ralf Borgartz, Chef des „Scala“-Theaters, weist auf die zweite Tücke im Amtsblatt hin: „Wir müssen jetzt auch bei der Bestuhlung wieder den Sicherheitsabstand einhalten. Das war eigentlich vom Tisch, weil wir die Nachverfolgbarkeit der Besucher-Daten garantieren konnten.“

Das heißt in Zahlen: Das „Scala“ durfte bislang 150 Besucher ins Theater lassen, nach der neuen Verordnung sind es nur noch 98. Borgartz: „Und wenn wir dann noch den Sicherheitsabstand einrechnen, dann sind wir bei 40 Besuchern pro Vorstellung. Wir sind allerdings bis Jahresende ausverkauft. Was mache ich also am Freitag? Lasse ich 40 rein und schicke den Rest weg? Das ist doch der Wahnsinn! Wenn das so durchgesetzt wird, dann bricht uns das das Genick. Das ist dann der Todesstoß.“

Doch Widerstand regt sich. Wie der EXPRESS erfuhr, wollen alle Theater-Betreiber der Stadt ein Aktionsbündnis schließen und bei der Stadt gegen die neuen Maßnahmen protestieren.

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