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„Schlimmeres kann ich mir nicht vorstellen” Reker mit Corona-Kritik an Kölner Bürgern

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Oberbürgermeisterin Henriette Reker verkündete auf der Pressekonferenz am Freitag (16. Oktober) unter anderem die Sperrstunde ab 23 Uhr.

Köln – Der 17. Oktober 2020 (Samstag) wird in die Geschichte Kölns eingehen. Eine Sperrstunde um 23 Uhr, bei der ALLE Cafés, Bars, Restaurants ihre Türen abschließen müssen – das gab’s noch nie. Zudem werden nun verstärkt Streifen von Polizei und Ordnungsamt patrouillieren und darauf achten, dass auch die letzten Bürger auf den Straßen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer hätte sich das vor einem Jahr träumen lassen?

Corona in Köln: OB Henriette Reker mit emotionalem Appell an die Stadt

Oberbürgermeisterin Henriette Reker war nach der Telefonschalte mit Ministerpräsident Armin Laschet am Freitag (16. Oktober) anzumerken, dass sie alles Mögliche tun will, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. Sie appellierte ans kölsche Hätz, als sie sagte, dass jeder Bürger jetzt seiner Verantwortung gerecht werden muss, im Sinne des Gemeinwohls die Corona-Regeln einzuhalten.

Sowohl bei seinen Kontakten privat, als auch in der Öffentlichkeit, etwa bei der Maskenpflicht auf den Hauptstraßen und Einkaufsmeilen und den Registrierungen in Restaurants: „Wer da nicht wahrheitsgemäß antwortet – etwas Schlimmeres kann ich mir gar nicht vorstellen!“

OB Reker: „Es kommt auf jeden Einzelnen an” – Kritik an falschen Daten

Es gebe „immer eine Freiheit zur Verantwortung. Nicht eine Freiheit von der Verantwortung“, redete sie allen Menschen ins Gewissen, die den Ernst der Lage noch nicht erkannt hätten: „Es kommt auf jeden Einzelnen von uns an, ob wir uns an Abstand und die Hygieneregeln halten.“

Die Inzidenzzahl in Köln liegt am Samstag bei 78,7. 1078 Kölner sind  infiziert, 204 mehr als am Vortag. Köln hatte somit den insgesamt 6588. bestätigten Corona-Virus-Fall. Und darauf müssen sich die Kölner nun einstellen:

Corona-Regeln: Kölner müssen sich auf Neues einstellen

Ab etwa 22.30 Uhr wird künftig in den Lokalen zur „letzten Runde“ gebeten. Von 23 Uhr bis 6 Uhr muss das Lokal geräumt und jeder Gast draußen sein. Gastronomen sind geschockt, andere nehmen es mit Galgenhumor, etwa der Chef des Südstadtlokals „Elsa“: „Jetzt neu: Sauf-Gleitzeit. Einfach früher anfangen und früher lustig sein.“

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Die neuen Corona-Regeln bedeuten erhöhten Aufwand für das Kölner Ordnungsamt, das aber von verschiedenen Stellen unterstützt wird. Das Symbolfoto entstand im Juli 2020 auf der Schaafenstraße.

In Absprache mit der NRW-Regierung wird überlegt, nach den Herbstferien die Maskenpflicht in Schulen wieder einzuführen. Günstig, dass derzeit die Herbstferien einer Quarantäne gleichkommen. „Wir wollen unter allen Umständen eine erneute Schließung von Schulen und Kitas verhindern.“ Dazu soll in der nächsten Woche ein Projekt vorgestellt werden.

Corona in Köln: Ordnungsamt wird von Polizei und Bundespolizei unterstützt

Das Ordnungsamt wird bei den anstehenden Großkontrollen Nacht für Nacht im gesamten Stadtgebiet nicht nur von der Kölner Polizei, sondern auch von Kräften aus NRW und der Bundespolizei unterstützt. „Diese Mammutaufgabe“ sei sonst nur schwer zu schultern.

Auch die Bundeswehr schickt weitere Kräfte zur Kontaktverfolgung, um dem Wust an Formularen Herr zu werden.

Corona-Fälle: Gesundheitsamt mit Schwierigkeiten bei Nachverfolgung

Zwar müssen alle Registrierungen wahrheitsgetreu ausgefüllt werden. Laut Reker kann das Gesundheitsamt aber bei vier von zehn Fällen nicht mehr herausfinden, wo sich die Infizierten angesteckt haben. Das liege oftmals an unvollständigen oder falschen Angaben, die gemacht werden.

Aber auch in Einzelfällen daran, dass Unterlagen nicht direkt zugesendet werden konnten oder potenzielle Kontaktpersonen nicht erreichbar wären, betonte Dr. Johannes Nießen, Leiter des Kölner Gesundheitsamts.

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