Unfassbare Szenen im Rheinland Seid ihr eigentlich komplett bescheuert?

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Kunden von Ikea stehen am Morgen vor dem Eingang der Filiale in einer Warteschlange bis in ein Parkhaus hinein.

Köln – Deutschland befindet sich noch immer mittendrin in der Corona-Krise. Dass die Statistiken und Zahlen derzeit so hoffnungsvoll aussehen, liegt daran, dass wir uns seit einigen Wochen so diszipliniert verhalten und Rücksicht aufeinander genommen haben. Doch nun scheinen viele Menschen einfach vergessen zu haben, worum es hier geht. Das macht unseren Autor sauer. Ein Kommentar.

Diese Worte richten sich an all jene, die den Ernst der Lage noch immer nicht verstanden haben. Die sich dicht an dicht vor irgendwelche Geschäfte drängen, die jetzt wieder geöffnet haben. Ohne Maske, ohne Abstand, ohne Respekt.

Die für unfassbare Szenen sorgen, wie am Samstag vor dem wiedereröffneten Ikea in Godorf: Hunderte warteten eng beieinander vor dem Möbelhaus, die meisten ganz ohne Maske, bei anderen hing sie irgendwo unter der Nase im Gesicht herum (hier lesen Sie mehr).

Der Abstand von 1,50 Meter wurde vor der Ikea-Filiale teilweise deutlich unterschritten.

Der Abstand von 1,50 Meter wurde vor der Ikea-Filiale teilweise deutlich unterschritten.

Seid ihr eigentlich komplett bescheuert? Mit diesem rücksichtslosen Verhalten riskiert ihr alles, für das so viele so lange bereitwillig gekämpft haben. Ignoranter und unsolidarischer geht es nicht.

Corona: Wochenlang haben wir gelitten, um dem Virus keine Chance zu geben

Wochenlang haben sich die Deutschen in ihre Wohnungen gesperrt. Einige Familien sind durch die Hölle gegangen, um irgendwie Homeschooling und Homeoffice miteinander zu verbinden. Omas und Opas müssen auf die Besuche ihrer Enkel und Familien verzichten. Auch für Singles, Jugendliche und Kinder war der Kontakt mit Freunden und Fremden tabu. Restaurants, Geschäfte, Betriebe – viele bangen um ihre Existenz.

Dass viele von ihnen Lockerungen herbeisehen, ist nur allzu verständlich. Nach und nach wurden bereits einzelne Bereiche in unserem Alltag wieder gelockert – endlich. Der Corona-Gipfel der Regierung am Mittwoch entscheidet über weitere Maßnahmen. Doch sie alle können nur unter einer Voraussetzung stattfinden: Dass wir uns alle diszipliniert weiter an die Schutzmaßnahmen halten. Um uns – aber noch wichtiger: um unsere Mitmenschen – vor einer Infektion zu schützen.

Seit über einer Woche gibt es auch in NRW eine Pflicht zu Mund-und-Nasen-Schutz. In Geschäften, auf Wochenmärkten, Shopping-Malls zum Beispiel. Doch viele glauben anscheinend, dass die Masken jetzt das Allheilmittel für das Virus darstellen. Dass jetzt nichts mehr passieren kann. Falsch.

Die Maske ist kein Allheilmittel gegen das Coronavirus

Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen, sind Selbstisolierung bei Erkrankung, eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen. Immer noch. Die Maske ist ein zusätzlicher Schutz, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu reduzieren.

Allerdings kann sie nur schützen, wenn wir weiterhin den Abstand und die Hygiene einhalten. Nur dann können die Lockerungen, die wir uns alle so hart erarbeitet haben, funktionieren. Denn eines steht fest: Sie gelten vorerst nur auf Zeit. Sollten die Statistiken in einigen Wochen zeigen, dass die Zahl der Infektionen und der Corona-Toten wieder ansteigt, wird es einen weiteren harten Lockdown geben.

Und das hat Folgen: Dann steigt die Gefahr, dass das Virus vermehrt unsere älteren Mitmenschen trifft, in den Alten- und Pflegeheimen – die Zahl der Toten würde immens steigen. Die Wirtschaft müsste erneut dicht machen. Mit furchtbaren Folgen, die keiner absehen kann und will.

Vor uns werden noch schwere Wochen und Monate liegen, das Virus wird vorerst zu unserem Alltag gehören. Lasst uns alle gemeinsam weiterhin an einem Strang ziehen, um das Schlimmste zu verhindern.

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