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Corona-Countdown Kölns Ford-Boss: So kommt der Fiesta wieder in Fahrt

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Kölns Ford-Boss Gunnar Herrmann

Köln – Der Countdown läuft, die Stimmung ist angespannt: Am 4. Mai, also in vier Tagen, erwacht die Niehler Autofabrik wieder zum Leben, dann werden die Ford-Werke nach mehr als sechs Wochen Zwangspause ihre Produktion wieder hochfahren. Am Donnerstag berichtete Ford-Boss Gunnar Herrmann (60), wie Kölns Exportschlager trotz Coronakrise wieder in Fahrt kommen soll.

Statt wie an regulären Montagen mit rund 15.000 Mitarbeitern werden am 4. Mai nur rund 2000 Fordlerinnen und Fordler in die Niehler Hallen strömen. Die Fiesta-Produktion wird in den ersten Tagen auf maximal 70 Prozent hochgefahren, das wären rund 900 Wagen statt regulär bis zu 1300.

Kölner Ford-Werke: Homeoffice noch bis Juli

Ab 5.45 Uhr beginnt die Schicht am Band, zeitversetzt werden weitere Kollegen eintreffen. Tausende Fordler und Fordlerinnen bleiben noch bis Juli im Homeoffice oder machen weiter Kurzarbeit. Die Sicherheitsmaßnahmen, die während der Corona-Schließung seit 19. März aufgebaut wurden, sind enorm.

Der Zugang: Wer das Werk betritt, muss eine zehn Meter lange Schleuse durchqueren, bei der die Körpertemperatur gemessen wird, um Angestellte mit Fieber auszusortieren. Zeitgleich oder schon vorher müssen die Fordler eine Selbstauskunft erteilen, ob sie Covid-19-Symptome verspüren oder Krankheitsfälle im Umfeld haben. Erst wenn Auskunft und Körpertemperatur im grünen Bereich liegen, wird der Zutritt gestattet.

Der Arbeitsplatz: Jeder Beschäftigte, ob am Produktionsband oder im Büro, bekommt einen Mund-Nasen-Schutz und bei speziellen Arbeitsplätzen auch ein Visier, also einen gläsernen Gesichtsschutz.

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Ford baute eine spezielle Gesichtsmaske für die Beschäftigten.

Alle Arbeitsplätze wurden desinfiziert und so eingerichtet, dass 1,50 bis 2,00 Meter Platz zwischen den Kollegen ist. Die Schutzmaske darf auch im Büro beim Telefonieren nicht abgenommen werden. Wer Mittagspause macht, steht vor fast geschlossenen Kantinen. Hinsetzen ist verboten, es gibt abgepacktes „Essen to go", das man im Stehen, am Arbeitsplatz oder im Freien verzehren soll.

Die neue Produktion: „Wir stellen in Köln rund 4000 Gesichtsvisiere pro Tag her, ebenso produzieren wir in einem anderen Werk 60 bis 90 Masken pro Minute. Damit wollen wir die deutschen und europäischen Werke versorgen und die öffentlichen Systeme entlasten", so Ford-Boss Herrmann. „Wir bauen zudem in England mit Partnern Beatmungsgeräte und stellen Fahrzeuge für Unternehmen und Vereine bereit, um während der Coronakrise Kranken- und Behindertentransporte durchzuführen."

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Diesen Mund-Nasen-Schutz stellt Ford selbst her. Auch für Büroangestellte ist er Pflicht, selbst beim Telefonieren.

Das Erfolgsmodell Fiesta: Da Januar und Februar für Ford „hervorragende Monate" waren, liegen zahlreiche Fiesta-Bestellungen vor, die nun erstmal abgearbeitet und ausgeliefert werden können. Der Vorteil, so Herrmann, sei nun, dass die Wagen auf direktem Weg schnell zu den Händlern und den Kunden kommen können. Große Umschlagplätze mit aufwendiger Logistik wie vor der Krise gebe es derzeit nicht.

Und: Ist der Wagen zügig bei den Händlern, fließe auch zügig Geld. Herrmann: „95 Prozent der Händler haben nun in der zweiten Woche wieder geöffnet. Wir bemerken bei der Nachfrage und den Konfigurationen ein gewisses Interesse." Ford will die Kauflust nun auch mit Nachlässen, etwa bei Ratenzahlungen, ankurbeln. Die Stimmung, den Fiesta wieder zu einem Bestseller made in Kölle zu machen, klingt optimistisch.

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Diverse Arbeitsplätze wurden so umgestaltet, dass der Zwei-Meter-Abstand eingehalten werden kann.

Die Prognose für 2020: Habe das erste Quartal für Ford noch überschaubare Verluste gebracht, so erwartet Herrmann durch die Coronakrise „für das zweite Quartal dieses Jahres ein komplettes Desaster." Schrittweise soll es aber wieder bergauf gehen. Ende 2020 hoffe Ford, wieder profitabel zu werden.

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