„Corona ist eine Lüge“ Nach Demo in Köln: Staatsschutz prüft Holocaust-Leugnung

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Etwa 300 Demonstranten versammelten sich am 23. Mai an der Deutzer Werft, um gegen die Corona-Maßnahmen von Bund und Land zu demonstrieren. Am 11.11. soll es wieder eine Demo dort geben.

Köln – Die Kölner Polizei hatte sich für diesen Samstag auf einiges gefasst gemacht. Schließlich fanden in der Stadt gleich mehrere Demonstrationen statt. Doch bis zum späten Nachmittag musste sie nur vereinzelt eingreifen.

Deutzer Werft in Köln: 300 Demonstranten vor Ort

Die größte Kundgebung mit ungefähr 500 erwarteten Teilnehmern startete um 15 Uhr an der Deutzer Werft. Sie richtete sich gegen freiheitseinschränkende Maßnahmen in Zeiten der Corona-Bekämpfung. Doch am Ende waren es höchstens 300 Demonstranten, die ihren Unmut über die Corona-Politik von Bund und Land äußern. 

Köln: Gegendemonstranten von der Polizei gestoppt

Zu einem kurzzeitigen Tumult kam es, als etwa ein Dutzend dunkel gekleidete Gegendemonstranten von Süden her schnellen Schrittes auf die Versammlung zuliefen. Diese wurden von der Polizei aufgehalten. Ein vermummter Mann wurde kurze Zeit später zur Feststellung seiner Identität zu einem Polizeiwagen geführt.

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Die Kölner Polizei nahm die Personalien des Mannes auf, der am 23.Mai am Deutzer Rheinufer mit 300 anderen Teilnehmern demonstrierte.

Die Teilnehmer bildeten unter anderem eine Menschenkette über die Deutzer Brücke. Die nötigen Abstände gemäß der Corona-Schutzverordnungen seien dabei nicht immer eingehalten worden, erklärte ein Polizeisprecher. Und: Ein Mann sorgte für Aufsehen, der in einem Häftlings-Outfit zur Demo gekommen war und ein Plakat mit der Aufschrift „Maske macht frei" in die Höhe hielt - eine Anspielung auf die Toraufschrift vor den Konzentrationslagern der Nazis. 

Staatsschutz ermittelt nach Corona-Demo in Köln

„Wir haben die Personalien des Mannes aufgenommen, der daraufhin auch das Gelände verlassen hat", berichtete ein Polizeisprecher gegenüber EXPRESS. Der Staatsschutz werde nun prüfen, ob die Aktion als Leugnung des Holocausts zu werten sei oder nicht.

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Zudem lief am Nachmittag eine Demo am Roncalliplatz mit etwa 200 Teilnehmern, Veranstalter war die Gruppe „Seebrücke Köln", die sich für eine Auflösung aller Flüchtlingslager ausspricht. Wenige hundert Meter entfernt fand auf dem Heumarkt eine Kundgebung mit kurdischen Bezug statt - ebenfalls friedlich.

Köln: Polizei bereitet sich auf mehrere Demos am Samstag vor

Rund zehn Teilnehmer hielten zuvor ab 13 Uhr auf der Domplatte eine Kundgebung ab. Ihr Thema: „Freude, Friede, Hoffnung, Liebe“.

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Auch am Sonntag wollen 300 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestieren, Start ist um 14.30 Uhr auf dem Heumarkt.

Polizeipräsident Uwe Jacob forderte bereits am Freitag alle Demonstranten auf, die Corona-Schutzvorschriften einzuhalten. Ein Verstoß gegen die Auflage, mindestens 1,5 Meter Abstand untereinander zu halten, führe zwar nicht zur sofortigen Auflösung einer Versammlung, als „allerletzter Schritt“ komme diese aber infrage – etwa wenn der Versammlungsleiter seinen Pflichten nicht nachkomme oder Zuwiderhandlungen akzeptiere.

Einschreiten, so Jacob, werde die Polizei in jedem Fall auch gegen all jene, die Versammlungen massiv störten oder zu verhindern versuchten. (red, jan, dpa)

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