Trotz Corona ColognePride will Demo 2020 durchziehen – harte Kritik im Netz

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Die „Pride Week“ in Köln versammelt viele verschiedene Veranstaltungen mit tausenden Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen sowie ihren Freunden und Familien. Das Foto wurde 2019 aufgenommen.

Köln – Es ist eine Ankündigung, die Wellen schlägt: Denn Großveranstaltungen sind bundesweit noch bis Ende Oktober 2020 verboten und angesichts neuer Infektionsherde besteht die Befürchtung von steigenden Krankenzahlen in der Corona-Krise.

ColognePride-Demo in Köln 2020 soll wie gewohnt stattfinden

In den sozialen Netzwerken gaben die Macher des ColognePride, eine Veranstaltung, die bekanntermaßen traditionell tausende Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle zusammenbringt, am Montagmorgen (22. Juni) folgendes bekannt:

„Die große CSD-Demonstration in Köln findet am 11. Oktober 2020 im Rahmen des ColognePride statt! Wie bereits verlautet, wird der ColognePride vom 26.09.2020 bis 11.10.2020 der gesamten Community einen gewohnt würdigen Rahmen für die vielen verschiedenen Veranstaltungen bieten.”

Ausnahmen: Nur das CSD-Straßenfest auf den Plätzen Heumarkt, Alter Markt und Gürzenichvorplatz wird demnach in diesem Jahr nicht stattfinden können. „Wir hoffen, die gesamte Community in all ihrer Vielfalt und Diversität wird im Oktober mehr denn je sichtbar sein. Lasst uns der Gesellschaft zeigen, wir sind: Viele. Gemeinsam. Stark!”

ColognePride-Demo: kontroverse Diskussion im Netz

Mit Veröffentlichung sahen sich die Admins auch kritischen Fragen ausgesetzt und traten in die Diskussion. Denn manche User werfen ihnen angesichts der Corona-Krise Verantwortungslosigkeit vor,

„Ihr tragt doch nicht nur Verantwortung für die Demo, sondern auch dafür, was am Rand passiert“, schreibt ein User. „Muss man das echt mit allen Mitteln durchführen? Lasst es doch ein Jahr gut sein“, heißt es außerdem.

ColognePride-Demo: Grünen-Politiker schießt dagegen

Der Grünen-Politiker Arndt Klocke meldete sich ebenfalls zu Wort und diskutierte mit den ColognePride-Organisatoren.

Seine Meinung: „Mir fehlt für diese Ankündigung, dass der ColognePride 'in gewohnter Weise' stattfindet, das Verständnis. (...) Wir haben an verschiedensten Stellen, darunter jetzt mit Tönnies, ein Wiederaufflackern der Infektionen. Die WHO hat gestern besorgniserregende Zahlen bekannt gegeben. Andere CSD-Demos sind bereits abgesagt oder werden zu Fahrraddemos umgewidmet.“

Er fragt: „Warum kann man aus dem besonderen Grund nicht einmal den ColognePride ausfallen lassen und dafür in der Stadt ein anderes, sichtbares Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen?! Im nächsten Jahr würde man zum bewährten Termin, kurz nach dem CSD-Gedenktag 28.6., wieder an den Start gehen?! Ich verstehe es einfach nicht.“

ColognePride: Das sagt der Geschäftsführer

EXPRESS hakte bei Jan-Uwe Weiler von ColognePride nach. Haben Sie mit Reaktionen dieser Art gerechnet und Verständnis?

Der Geschäftsführer: „Die gesamte Community ist sehr groß. Die kritischen Stimmen sind sehr laut, aber poltern immer sehr. Die größere Zahl ist positiv gestimmt. Wie die Demo aussehen wird, können wir ja jetzt noch nicht sagen.

Alles was wir tun, stimmen wir mit Leuten ab, die sich auskennen. Wir werden nichts machen, was die Leute gefährdet.“

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