„Liebe Henriette …“Kölner Promis mit bewegender Bitte an OB Reker – und sie reagiert

Reker2018

Das Bild von Henriette Reker wurde bereits im Jahr 2018 aufgenommen.

von Thomas Werner (tw)

Köln – Die Corona-Pandemie spitzt sich überall auf der Welt zu. Nicht zuletzt auch in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln.

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem „Camp Moria“ auf der Insel Lesbos. In dem für 3.000 Menschen ausgelegten Ort leben derzeit mehr als 20.000 Geflüchtete auf engstem Raum.

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Es sei bloß eine Frage der Zeit, bis das Coronavirus auch dort ausbricht. „Wenn das im Lager um sich greift, werden viele Menschen sterben“, erklärte Frank Posch, Kinderrechtsexperte der Kindernothilfe Duisburg dem „Kölner Stadt-Anzeiger”.

Kölner Promis mit bewegender Bitte an Henriette Reker

Zahlreiche Kölner Prominente haben sich jetzt in einem gemeinsamen Video an die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker gewandt. Ihre Forderung: Machen Sie Köln zu einem sicheren Hafen für Geflüchtete!

Kantereit

Die Band AnnenMayKantereit.

Die Aktion wurde von der internationalen Bewegung „Seebrücke“ ins Leben gerufen, die sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzt.

Kölner Prominente, wie die Bandmitglieder von AnnenMayKantereit, Kasalla-Frontmann Bastian Campmann, BAP-Sänger Wolfgang Niedecken und zahlreiche weitere Sportler und TV-Größen haben sich der Bewegung angeschlossen.

Unter dem Hashtag #leavenoonebehind machen sie auf die Missstände in den Flüchtlingslagern aufmerksam und richten sich mit direkter Ansprache an Oberbürgermeisterin Reker. 

„Sehr geehrte Frau Oberbürgermeistern, positionieren Sie sich mit uns öffentlich“, bittet Henning May, Sänger der Band AnnenMayKantereit.

Bastian Campmann: „Wir dürfen in diesen Tagen nicht diejenigen vergessen, die jeden Tag verzweifelt um ihr Leben kämpfen.“

„Machen Sie Ihren Einfluss auf die Landesregierung und den Innenminister geltend,“ fordert Schauspielerin Irene Schwarz.

Damit spricht sie das bereits bestehende Bündnis „Städte Sichere Häfen“ an, an dem auch Köln beteiligt ist.

Stadt Köln forderte Bundesregierung zum Handeln auf

Gemeinsam mit 15 weiteren NRW-Städten forderte die Kölner Oberbürgermeisterin die Bundesregierung vor einigen Wochen auf, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufzunehmen. Bis zu 500 Kinder könnten die Städte aufnehmen. Die Bundesregierung müsse jetzt handeln.

„Durch Corona ist die ganze Sache etwas in den Hintergrund gerückt“, erklärt Wolfgang Niedecken gegenüber dem EXPRESS. „Wir wollen wieder darauf aufmerksam machen und Frau Reker dabei unterstützen.“

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Die Stadt Köln hatte sich schon dazu bereiterklärt, 116 Flüchtlinge aufzunehmen. Doch das sei nicht genug, so die Bewegung „Seebrücke“ in ihrem offenen Brief an Frau Reker. Die Bitte ist eindeutig: „Erklären Sie öffentlich, dass Sie für die Evakuierung der Lager auf den griechischen Inseln sind und Köln bereit ist, weitere Geflüchtete aufzunehmen.“

Auch Reker selbst hat sich mit einer Video-Botschaft zu Wort gemeldet und wendet sich dabei ausdrücklich an Joachim Stamp (NRW-Minister u.a. für Integration), Horst Seehofer (Bundes-Innenminister) und Ursula von der Leyen (EU-Kommissionpräsidentin). „Ermöglichen Sie uns, jetzt zu helfen! Köln ist und bleibt ein sicherer Hafen”, schreibt Reker über ihr Video.

„Die vielen Zuschriften zur Lage der Flüchtlinge haben mich erreicht und natürlich habe ich auch euer Video gesehen” sagt Reker. „Ich teile euer Anliegen.” Sie stehe für die Aufnahme der unbegleiteten Kinder, das habe nichts mit Corona zu tun. In Köln und anderen Städten stehe man bereit, wenn die Minister und die Kommissionpräsidentin eine Hilfe ermöglichen.