Bordell-König Vier Monate auf der Flucht – so lief die Festnahme des Pascha-Boss'

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Hermann Müller vor dem „Pascha“ in Köln

Köln – Die Champagner-Flaschen knallen, Hermann Müller (63) ist in einer Stretch-Limousine von schönen Frauen umgeben. Damit ist jetzt Schluss. Der Pascha-Boss wurde gefasst - U-Haft.

Vier Monate lang war er auf der Flucht. Denn als die Augsburger Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen Müller vollstrecken und ihn ausliefern lassen wollte, war der 63-Jährige in Salzburg untergetaucht.

Festnahme ohne Widerstand

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Genoss das Leben mit Frauen: Pascha-Boss Hermann Müller.

Der Vorwurf lautet: Steuerhinterziehung und faktische Geschäftsführung Am Mittwochnachmittag um 15.30 Uhr klingelten Zielfahnder an einer Wohnung in München. Dort hatten sie den Bordell-König durch eine Telefonüberwachung aufgespürt. Ohne Widerstand ließ sich Müller festnehmen.

Dass er ausgerechnet nach Deutschland geflohen war und es den Ermittlern damit einfacher machte, wundert auch seine Freunde.

„Mein Bruder hätte sich zum Prozessbeginn gestellt. Aber er sah nicht ein, dass er wegen einem Staatsanwalt in U-Haft sitzt, der es seit Jahren grundlos auf ihn abgesehen hat“, erklärt der Bruder von Hermann Müller, Harald Müller.

Vorwürfe fraglich

In der Tat sind die Vorwürfe der Steuerbehörden fraglich. Das Pascha-München habe 1,2 Millionen Euro Lohnsteuer für die Prostituierten hinterzogen. Aber: Die sind gar nicht in dem Laufhaus angestellt.

„Die Damen sind alle selbstständig. Wir können sie gar nicht fest anstellen und damit die Lohnsteuer für sie abführen“, so Harald Müller. „Zudem war in München nicht Hermann Müller sondern E. für die Geschäfte verantwortlich, der ja bereits seit Juni in U-Haft sitzt.“

Die Staatsanwaltschaft hat einen Kronzeugen, einen ehemaligen Pascha-Manager. Der habe mit E. Abrechnungen gefälscht und Einnahmen unterschlagen. Aber was wusste Hermann Müller davon? Er sitzt nun im Gefängnis. Wegen Fluchtgefahr.

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