„Eine Schande” Kölner Zirkus-Legende macht NRW-Boss Laschet klare Corona-Ansage

Bernhard_Paul

Bernhard Paul hat einen offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verfasst. 

Köln – Das Coronavirus hat Köln fest im Griff. Wie Experten vermuten, wird das auch über Monate so bleiben. Und schon jetzt ist klar: Nicht nur die Erkrankten leiden! Das Problem ist weitaus größer, viele Branchen fürchten dramatische finanzielle Einbußen oder sogar das Aus!

Coronavirus in Köln: Bernhard Paul schreibt Brief an Armin Laschet

Mit einem dramatischen Appell hat sich deshalb die Kölner Zirkus-Legende und Roncalli-Gründer Bernhard Paul in einem offenen Brief (liegt EXPRESS vor) an Armin Laschet gewandt – und dem NRW-Ministerpräsidenten eine klare Corona-Ansage gemacht.

„Irgendwie bezeichnend ist es, dass alle Welt nur über Fußball redet, aber dass momentan der deutschen Kulturszene ein enormer Schaden entsteht, daran denkt niemand”, so Paul. Für die staatliche Kulturszene bitter, aber finanziell ein weit geringeres Problem, da sie subventioniert werden.

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Bernhard Paul: Roncalli-Gründer hat Angst um Arbeitsplätze

Aber „es gibt eine enorme private nicht-subventionierte Kulturszene, die sich von diesem Kulturschock jahrelang nicht erholen wird. Das wird von der Politik nicht bedacht”, so Paul weiter.

Roncalli_Symbol

Ab dem 9. April soll Roncalli in Köln zu Gast sein, doch auch diese Termine stehen auf der Kippe. 

Deswegen fordert Paul nun eine Hilfe für die Kultur, die neben der Wirtschaft „einmal mehr” als Stiefkind behandelt werde. „Wir haben vollstes Verständnis für die Situation und erwarten, dass man uns in dieser kritischen Lage nicht alleine lässt. Wir haben 250 Arbeitsplätze zu erhalten. Ein Unternehmen dieser Art zu verteidigen ist, wie das Überleben des sibirischen Tigers zu sichern. Einmal ausgestorben ist er nicht mehr zum Leben zu erwecken.”

Bernhard Paul: Roncalli soll ab April in Köln zu Gast sein

Der Grund für Pauls deutliche Worte: Am Donnerstag (12. März) hätte eigentlich die erste Show der neuen Tour „All for Art for All” stattgefunden. Mitten in der Generalprobe am Mittwoch erfuhren das Ensemble und die Verantwortlichen aber, dass vm Kreis Recklinghausen beschlossen wurde, das Roncalli-Gastspiel zu untersagen.

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„Ein Jahr wurden Kostüme und Requisiten hergestellt, Musiken komponiert, Plakate entworfen und gedruckt, der ganze Circus restauriert und neu gestrichen. Seit einem Jahr sind die Karten im Vorverkauf und die gesamte Tournee penibel vorbereitet”, erklärt Paul. Ausgaben von 500.000 Euro seien bereits verschlungen.

Bernhard Paul: „Eine Schande, wenn wir vor die Hunde gehen“

Und jetzt: Leere. Und Ungewissheit. Denn keiner kann sagen, wie es weitergeht. Ab dem 9. April wäre Roncalli mit dem neuen Programm auf dem Kölner Neumarkt zu Gast. Gut möglich aber, dass auch weitere Standorte die Tour absagen. Dann würde der Zirkus auf den Kosten sitzen bleiben.

Deswegen schließt Paul seinen dramatischen Appell mit einer emotionalen Botschaft. „Es wäre eine Schande, wenn wir jetzt unverschuldet vor die Hunde gehen.”

Coronavirus in Köln: Auch Jan Böhmermann setzt ein Zeichen

Ein ähnliches Zeichen in der Krise hat auch Kult-Moderator Jan Böhmermann gesetzt. Der 39-Jährige nennt sich in der Corona-Krise bei Tiwtter jetzt „Jan HÄNDE WASCHEN“ und fordert Hilfe für die Kulturszene. „Kulturstätten, Künstlerinnen, Künstler, Autorinnen, Autoren, Theater, Kinos oder Veranstalter werden in den kommenden Monaten unsere Solidarität und wirtschaftliche Unterstützung benötigen“, twitterte er.

„Kultur und Kunst sind kein Luxus. Wer Banken rettet, muss auch jetzt helfen!“ Der Tweet hatte am Donnerstagvormittag mehr als 12.000 Likes. 

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