#AlarmstufeRot Kasalla, Kebekus und Co. hauen zeitgleich Corona-Protestbrief raus

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Die Band Kasalla auf einem Auftritt. (Symbolbild)

Köln – Sie sind die Verlierer der dynamischen Entwicklung. Die Vertreter der Kulturszene treten in der Corona-Krise auf der Stelle. Unter dem Slogan #Alarmstufe Rot haben sich Initiativen aus der Kulturwirtschaft zusammengeschlossen.

Zeitgleich veröffentlichten diverse Top-Künstler am Mittwochnachmittag (28. Oktober) ein Posting in den sozialen Netzwerken, um auf die Misere der Branche angesichts der aktuellen Beschlüsse zu den Corona-Maßnahmen seitens der Regierung aufmerksam zu machen.

Es ist mehr als ein verzweifelter Hilfeschrei. Die Unterzeichner des offenen Briefes an die Regierungsvertreter, darunter Carolin Kebekus, Kasalla, BAP, Mario Barth und viele mehr, prangern bisherige Lippenbekenntnisse an. Sie verweisen darauf, dass sich einige Unternehmer und Selbständige aus Verzweiflung das Leben genommen hätten.

Corona-Krise: Künstler weniger wert als Fußballspieler?

Es gehe darum, endlich sinnvolle finanzielle Hilfen bereitzustellen. Im Klartext: „In den letzten Monaten gaben Sie uns das Gefühl, weniger wert zu sein als Autos, Flugzeuge und Fußballspieler.

Dabei gehören wir in der derzeitigen Pandemie zu den Wirtschaftszweigen, die ohnehin schon finanziell wesentlich schlechter gestellt sind als andere. Schließlich bekommen viele der (Solo-)Selbstständigen in unserer Branche aktuell kein Kurzarbeitergeld und die meisten auch kein Arbeitslosengeld I. Selbst die Grundsicherung bleibt vielen, trotz vereinfachtem Zugang, verwehrt.

Sie fallen nach wie vor durchs Raster der Hilfsmaßnahmen. Die politische Wertschätzung scheint allenfalls den Steuern zu gelten, die diese Selbstständigen seit Jahrzehnten entrichten.“

Die Postings verbreiteten sich im Netz in Windeseile, wurden unzählige Male geteilt und kommentiert. Die Solidarität der Fans ist darin spürbar.

Kernpunkt des Briefes: „Wir fordern: Arbeiten Sie aktiv mit den Vertretern der Alarmstuferot zusammen und setzen Sie ihre Forderungen um! Schaffen Sie Finanzhilfen, die der Branche nützen. Selbstständige Kulturschaffende müssen damit auch ihre privaten Kosten decken können. Es müssen einheitliche Szenarien entwickelt werden, die den Kulturbetrieb wieder in Gang setzen. Geben Sie den 1,7 Millionen Menschen eine Perspektive!“

Appell der Künstler in der Corona-Krise: Helfen sie uns!

Die Politik müsse endlich verstehen, dass auch (größere) Veranstaltungen sicher durchführbar seien und dies auch gegenüber der Öffentlichkeit transportieren. Nur so gewinne das Publikum wieder Vertrauen, Veranstaltungen zu besuchen.

Angela Merkel 27. Oktober

Angela Merkel kommt am 27. Oktober mit Mund-Nasen-Schutz zur Sitzung der Unions-Bundestagsfraktion. Am Mittwoch berät sie mit den Ministerpräsidenten über neue Corona-Maßnahmen.

Das Schlusswort: „Helfen Sie uns! Jetzt! Sonst werden wir in ein paar Monaten kulturell ein ärmeres Land sein. Vieles von dem, was dann verschwindet, wird nicht wiederkommen. Damit wird nicht nur produktiven Mitgliedern eines Wirtschaftssystems die Lebensgrundlage genommen, sondern eine Gesellschaft ihrer Seele beraubt.“

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