Mega-Summe Über 1000 Euro für den Schlüsseldienst – Gerichtsurteil überrascht

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Für das Öffnen der Tür verlangte ein Schlüsseldienst über 1000 Euro von einem Sülzer. 

Köln – Eindeutig Wucher, so schätzte die Kölner Staatsanwaltschaft die Rechnung eines Schlüsseldienstes über 1016 Euro ein. Der Mitarbeiter (26) der Firma musste sich daher am Mittwoch vor dem Amtsgericht verantworten. Doch der Ausgang des Verfahrens überraschte.

Mann aus Köln-Sülz verlor Schlüssel im Urlaub

Laut Anklage soll der Schlüsseldienst-Mitarbeiter die Zwangslage eines Sülzers ausgenutzt haben, der im September vergangenen Jahres seinen Schlüssel im Urlaub verloren hatte und somit nach der Rückkehr nach Köln seine Wohnung nicht mehr betreten konnte.

„Ich hatte einen Fünf-Stunden-Flug hinter mir und war 20 Stunden wach“, beschrieb der Mann seine Notlage später gegenüber der Polizei.

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Er habe einen Schlüsseldienst gerufen, der dann auf einer Barzahlung des hohen Betrags bestand. Anzeige habe er zwei Monate später erstattet, da er im Nachhinein trotz mehrfachen Nachfragens keine Rechnung erhalten habe. 

Rechtsanwalt sieht keine Zwangslage

Der Rechtsanwalt argumentierte vor Gericht, dass keine Zwangslage vorgelegen habe. Und nur dann könnte eine überhöhte Rechnung strafbar sein. Tatsächlich hatte der Bewohner auch noch seinen Vater hinzugerufen, sodass er theoretisch auch bei diesem hätte übernachten können. Der Schlüsseldienst kam gegen Mitternacht.

Der vorsitzende Richter folgte der Rechtsauffassung des Verteidigers und verwies auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln (Aktenzeichen: 1 RVs 210/16).

Kölner Richter definiert Zwangslage

Demnach läge eine Zwangslage etwa dann vor, wenn sich in der Wohnung, aus der man sich ausgesperrt habe, ein Säugling befände, der Herd angeschaltet oder ein Wasserrohr gebrochen sei.

Folglich erging ein Freispruch gegen den Angeklagten. „Aus Rechtsgründen ist dieser Vorgang nicht strafbar“, sagte der Richter. Kürzlich hatte das Kölner Amtsgerichts einen Schlüsseldienst-Mitarbeiter wegen Wuchers zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt. In diesem Fall waren die Bewohner und Gäste aufgrund eines fehlerhaften Schlosses aber in der Wohnung gefangen.

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