250 Euro Bußgeld Harte Corona-Strafe für Falschangaben – Kölner Wirte mit einer Sorge

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Wer die Liste in Restaurants oder Bars nicht wahrheitsgemäß ausfüllt, soll nun empfindliche Strafen zahlen. Das Symbolfoto wurde im Juli 2020 in Schleswig-Holstein aufgenommen.

Köln – Schluss mit Donald Duck, Darth Vader oder Harry Potter – wer bei der Corona-Registrierung im Restaurant falsche Angaben macht, soll in Zukunft mit einem Bußgeld bestraft werden.

Das haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer in ihrer Video-Konferenz mit Angela Merkel am Dienstag (30. September) beschlossen. Die Höhe des Bußgelds soll dabei Ländersache sein, mindestens aber 50 Euro betragen.

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Viel zu wenig – entschied NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und legte das Bußgeld hierzulande am Mittwoch gleich auf 250 Euro fest.

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Für die Durchsetzung wird das Ordnungsamt zuständig sein. Es soll seine Kontrollen dazu verschärfen. Wirte sollen zudem im Auge behalten, ob die Angaben ihrer Gäste glaubwürdig sind.

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Bei offensichtlichen Quatsch-Angaben können sie eingreifen. Und die haben auch die Kölner Wirte schon zuhauf erlebt.

„Ich finde die neuen Regelungen gut, da es teilweise wirklich ein paar Witzbolde gibt, die mit ‚Donald Duck am Geldspeicher 13‘ unterschreiben“, weiß etwa Simon Stahl vom Kölner Wirtshaus „Em Ringströßje“ zu berichten.

„Ich finde auch gut, dass die Hauptverantwortung nicht mehr ausschließlich bei den Wirten liegt und die Gäste so in Mit-Verantwortung genommen werden. Wir haben bisher aber eigentlich nur wenig schlechte Erfahrung gemacht. Und wenn, dann dass die Leute gar nichts ausfüllen wollten. Dann konnten wir sie eben nicht bedienen und haben uns freundlich verabschiedet.“

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Der Vorstoß kam auch bei anderen Gastronomen in Köln gut an. So wie bei Ingo Thommes vom „Café Vreiheit“ in Mülheim. 

„Ich empfinde die Maßnahmen alle als sinnvoll und finde es deswegen auch gut, die Leute mittels Strafe zu forcieren sich richtig einzutragen. Wer das nicht richtig macht, soll Strafe zahlen”, meint der Gastronom und sieht in der neuen Regelung auch keine zusätzliche Belastung.

„Ich glaube, dass es für uns machbar ist. Unsere Mitarbeiter haben da auch bisher drauf geachtet und werden das weiter tun. Aber bisher ist das eigentlich nicht vorgekommen, dass da jemand Quatsch eingetragen hat.”

Manfred Zender

Manfred Zender sitzt vor seinem Lokal „Em Hähnche” an der Christophstraße.

Ähnlich sieht es Manfred Zender vom Kölner Lokal „Em Hähnche”. Der Wirt kann die Maßnahmen daher komplett verstehen: „Ich finde die Angabe der Kontaktdaten sehr wichtig. Ich weiß nicht, warum jemand da Mist einträgt, das ist ja für die eigene Sicherheit und die der Mitmenschen wichtig. Die meisten Gäste sind auch einsichtig. Diskussionen gibt es so gut wie keine."

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So sieht es auch Lynda Schneider. Die Wirtin des Poller Fischhauses hat überhaupt kein Verständnis für Blödeleien bei der Corona-Registrierung.

„Es ist nicht viel dabei, seine Telefonnummer und seine Namen da drauf zu schreiben. Wenn die Leute da nicht zu bereit sind, dann ist die Strafe auch in der Höhe in Ordnung”, findet die Gastronomin: „Ein Wirt ist keine Polizei. Aber wir haben immer darauf geachtet, dass die Zettel ordentlich ausgefüllt werden und auch schon Leute nach Hause geschickt, die da Donald Duck oder Donald Trump draufgeschrieben haben. Wir wollen uns ja nicht verarschen lassen.”

Andere Wirte sehen die Kontrolle der Angaben als zusätzliche Belastung und sind deshalb froh, wenn sich die Gäste von selbst an die Regeln halten.

250 Euro Bußgeld: Lob und Kritik von Kölner Wirten

„Glücklicherweise haben wir größtenteils Stammgäste und die Leute registrieren sich im Allgemeinen ordentlich", sagt Lola Bogomil vom „Brüsseler” im Belgischen Viertel: „Zum Glück! Denn noch ein Arbeitsschritt mehr, neben Kulis desinfizieren und Toiletten reinigen – dann haben wir für unseren eigentlichen Job gar keine Zeit mehr.“

Etwas skeptisch gegenüber der neuen Regel ist auch Martin Schlüter. „Wir sehen das ganze recht kritisch, unsere Gäste haben diese Listen seit Mai vorbildlich ausgefüllt und wir wollen sie nur ungerne kontrollieren“, findet der Wirt des „Reissdorf am Hahnentor“: „Aber zur Bekämpfung der Pandemie packen wir natürlich gerne mit an und werden dies noch mehr im Auge haben, als bis dato eh schon.“

Strafe für Corona-Flunkerei: Kölner Gastwirte haben Verständnis

Insgesamt dennoch viel Zuspruch für Laumanns neues Corona-Bußgeld von Seiten der Kölner Gastwirte. Sie alle haben wohl beim Blick auf die Anmeldebögen überraschend viele Gäste aus Entenhausen oder gar den einen oder anderen US-Präsidenten bemerkt. 

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Beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hielt man sich mit einer Einordnung der neuen Regelungen noch zurück. Wie Landes-Pressesprecher Thorsten Hellwig dem EXPRESS mitteilte, wird die neue Corona-Schutzverordnung dort aktuell noch im Detail geprüft. Sie trat am Donnerstag (1. Oktober) in Kraft.

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