1,4 Millionen Euro Schaden Bergheimer soll mit Deal um Range Rover betrogen haben

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Die Angeklagten sollen in großem Stil mit Range Rover-Modellen betrogen haben.

Köln – Das Geschäft mit dem Lamborghini Aventador lief glatt, 275.000 Euro zahlte ein 25-jähriger Bergheimer einem Autohändler für den Luxus-Sportwagen. „Mein Vater fährt Bentley, mein Bruder Porsche“, soll der junge Mann geprahlt und gesagt haben, selbst mit Autos zu handeln.

Er solle sich melden, wenn er BMW oder Land Rover im Angebot habe, sagte der Geschäftspartner. Ein Deal, der danach eingefädelt werden sollte, könnte den Bergheimer nun ins Gefängnis bringen. 

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Die Angeklagten mit ihren Verteidigern Carsten Rubarth, Jan Victor Khatib, Jordana Wirths und Martin Bücher im Landgericht.

Köln: Lamborghini-Besitzer soll mit Range Rovern betrogen haben 

Der Mann muss sich seit Freitag wegen gewerbsmäßigen Betruges vor dem Kölner Landgericht verantworten. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, insgesamt drei Autohändlern 17 Autos der Marke Landrover, Typ Range Rover Sport 3.0, zum Preis von mehr als einer Million Euro angeboten zu haben. Die Fahrzeuge hatte er zuvor bei einem Landrover-Händler bestellt, den mutmaßlichen Opfern soll er einen geplanten Zwischenhandel über eine Scheinfirma vorgespielt haben. 

Die Kaufinteressenten leisteten jeweils Zahlungen, einer den ausgemachten Gesamtpreis von 1,29 Millionen Euro; ausgeliefert wurden die Fahrzeuge nicht. Der Bergheimer und ein mutmaßlicher Mittäter, der als Geschäftsführer der Firma des Hauptangeklagten fungiert hatte, sollen vorgehabt haben, rund eine Million Euro der Beute auf ein Konto in die Türkei zu verschieben. Ermittler froren das Geld aber ein, 400.000 Euro sollen die Angeklagten zuvor in bar abgehoben haben. 

Köln: Richter erwartet höhere Strafe als vier Jahre 

Der Fall war zunächst vor dem Schöffengericht Brühl angeklagt und auch verhandelt worden. Im Laufe der Hauptverhandlung stellte der Vorsitzende Richter jedoch fest, dass sein möglicher Strafrahmen, der bis zu vier Jahre Gefängnis vorsieht, wohl nicht ausreichen dürfte. Daher verwies der Richter, der von einer erheblichen kriminellen Energie der Angeklagten sprach, das Verfahren an das Kölner Landgericht, das weitaus höhere Strafen verhängen kann. 

Die Verteidiger Carsten Rubarth, Jan Victor Khatib, Jordana Wirths und Martin Bücher kritisierten die Entscheidung als willkürlich und beantragten, das Verfahren an das Amtsgericht zurückzuverweisen, was der Vorsitzende Richter des Landgerichts aber ablehnte. Die Angeklagten hatten sich zunächst nicht zum Sachverhalt geäußert. Das Landgericht hat noch zwölf Verhandlungstage eingeplant, ein Urteil soll voraussichtlich Mitte Dezember gesprochen werden.

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