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Professor analysiert Hass-Muster: Duisburger Kicker prügeln Schiris krankenhausreif

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Nachdem er bei dem Kreisligaspiel am Samstag in Duisburg zweimal die rote Karte wegen Tätlichkeiten zückte, machten einige Spieler Jagd auf den Schiedsrichter.

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Dusiburg -

Nach schweren Attacken gegen zwei Schiedsrichter bei einem Amateur-Fußballspiel in Duisburg ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen einen Co-Trainer und zwei Spieler.

Was war passiert? Am Samstag waren beim Spiel zwischen TuS Asterlagen und dem Büdericher SV um den Aufstieg in die Kreisliga A der Schiedsrichter und ein Assistent so schwer verletzt worden, dass sie zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden mussten, wie Schiedsrichter-Obmann Jakob Klos mitteilte.

Heftige Jagdszenen auf Duisburger Fußballplatz

Nach dem Spiel entschuldigte sich der Verein auf Facebok bei den Zuschauern, der gegnerischen Mannschaft und natürlich auch bei den Unparteiischen. Dazu wurden Konsequenzen für die Prügel-Spieler angekündigt.

Der Schiedsrichter hatte nach Angaben von Staffelleiter Peter Heinisch zwei Rote Karten wegen Tätlichkeiten gegen Asterlagener Spieler verhängt.

Einer der beiden habe daraufhin den Schiedsrichter attackiert. Ein Mann habe auf einen Linienrichter eingetreten. Die Bilder zeigen: Es spielten sich regelrechte Jagdszenen auf dem Feld ab.
Die beiden Unparteiischen konnten laut Polizei in einen Vereinsraum flüchten.

Mittlerweile geht es beiden Unparteiischen den Umständen entsprechend wieder gut. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Körperverletzung.

Ethnische Konflikte sind ein Faktor

Für den Duisburger Wissenschaftler Ulf Gebken ist einer von vielen Gründen für Gewalt-Eskalationen auf dem Fußballplatz auch die Migration. Er sagt der Rheinischen Post: „Natürlich ist die Gewalt auf den Fußballplätzen auch ein Migrationsproblem. Besonders im Ruhrgebiet ist das in vielen Städten nicht zu übersehen.

Auch die generell fehlende Anerkennung innerhalb der Gesellschaft spiele eine Rolle: „Es zeigen sich vielfach soziale und ethnische Konflikte, die sich auf dem Fußballplatz zum Teil sehr scharf widerspiegeln. Es geht vielfach auch um Menschen, die im Bildungssystem, aber auch auf dem Arbeitsmarkt entweder wenig Anerkennung oder keine Chancen bekommen. Der Fußballplatz ist für sie eine Bühne, sich Wertschätzung zu holen.“

Auch die Zuschauer seien ein Faktor, der die Stimmung zusätzlich würde:

„Die Stimmung wird von außen gehörig angeheizt und davon lassen sich die zum Teil noch sehr jungen Spieler anstecken. Sie wollen vor ihren Freunden nicht das Gesicht verlieren. Es kommt besonders oft zu Überreaktionen, wenn man verliert, will man es nicht wahrhaben, und dann geht es rund“, so der Professor.