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Düsseldorf: Was wäre im Ernstfall?: Schweinepest im Wald ausgebrochen

Kadaver wird entsorgt

Mitarbeiter des Veterinäramtes entsorgen den Kadaver eines möglicherweise infizierten Wildschweines. 

Foto:

Florian Jocham

Düsseldorf -

Der Aaper Wald, Donnerstagmittag gegen 11.30 Uhr: Schwer hängen die Wolken am Himmel, es regnet seit Stunden. Sechs Gestalten in blassgrünen Schutzanzügen marschieren durchs Gehölz.

Zielstrebig steuern sie auf einen Geländewagen zu, wuchten etwas Schweres unter weißer Folie vom Anhänger, werfen das Ding in einen Container. Anschließend wird der Behälter gut verschlossen und gründlich desinfiziert. Seuchen-Alarm im Düsseldorfer Stadtwald!

Afrikanische Schweinepest in Düsseldorf angekommen?

Das Ding unter der Folie soll ein totes Wildschwein sein. Spaziergänger haben es gefunden und die Stadt informiert. Die Männer und Frauen sind reale Mitarbeiter des Veterinär-Amtes. Doch was soll die ganze gespenstische Aktion?

Seit Jahren breitet sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) in den Wildschwein-Beständen vieler Regionen Osteuropas aus. Belgien ist ebenfalls betroffen, auch normale Hausschweine wurden schon mit ASP infiziert.

In Köln wurden 200 Wildschweine erschossen 

Die Seuche ist weder auf Menschen noch auf andere Tierarten übertragbar, breitet sich aber bei Schweinen in Windeseile über kleinste Tropfen Schweiß, Blut und Speichel aus und führt schnell zum Tod. Auch in Köln ist die Angst vor einem Ausbruch groß, 200 der Tiere wurden vorsorglich erlegt (hier nochmal alles dazu nachlesen)

Sterilisation

Im Anschluss wird der Container mit dem Kadaver gründlich sterilisiert.

Foto:

Florian Jocham

In Fleisch und Wurst kann der Virus jahrelang überleben. Beißt ein Wildschwein in ein weggeworfenes Sandwich mit infiziertem Belag, steckt es sich sofort an. Auch über Autoreifen, Schuhsohlen, Jagdausrüstung verbreitet sich die Krankheit.

In Europa leben mehr als 150 Millionen Hausschweine, würde sich die Pest unter ihnen austoben, wären die wirtschaftlichen Folgen katastrophal.

Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest: nur eine Übung

„Deshalb üben wir heute den Ernstfall“, erklärt Klaus Meyer, Leiter des Düsseldorfer Amtes für Verbraucherschutz den Spuk im Aaper Wald. „Es geht nicht darum, ob die Schweinepest ausbricht, sondern wann sie ausbricht.“ In dem gestern geübten Fall nahmen 45 Leute von Veterinär-, Forst-, Grünflächen-, Friedhofs- und Verbraucherschutzamt teil.

Klaus Meyer

Klaus Meyer, Leiter des Amtes für Verbraucherschutz, verschaffte sich vor Ort einen Eindruck der Aktion.  

Foto:

Florian Jocham Florian Jocham

Das Szenario sieht vor, dass drei tote Wildschweine im Aaper Wald gemeldet wurden. Die Stadt sperrt dann den Bereich 15 Kilometer rund um die Fundstelle ab,fordert Landwirte und Hobby-Schweinehalter auf, den Bestand abzuschirmen. Den Rest machen die blassgrünen Männchen im Wald.

Den drei Kadavern werden dann im Labor Proben entnommen, die auf Schweinepest untersucht werden. Am Ende steht die hygienische Verbrennung der Tiere. Ein Ergebnis gab es bei der gestrigen Übung mit Wildschwein-Attrappen natürlich nicht. Es war ja nur eine Übung. Noch.