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Bonner Kult-Imbiss: Addi sagt nach 33 Jahren Tschüss

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Addi, wie man ihn kennt: der Chef am Grill

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Marion Steeger

Bonn -

Eigentlich unvorstellbar: Addi hört auf! Der kultige Imbiss-Chef aus der Südstadt will nach 33 Jahren „nicht mehr jeden Tag von 6 bis 24 Uhr“ arbeiten.

Kann man verstehen. Aber wer Addi kennt, weiß: Im Schaukelstuhl sitzen und nichts tun – das ist für den 56-Jährigen so gar nichts. Dem EXPRESS hat er verraten, wie es weiter geht…

Treff von Professoren und Handwerkern

Der Lenné-Snack in der Lennéstraße: Hier treffen sich seit Jahrzehnten Schüler und Studenten, Professoren und Handwerker, Politiker und Karnevalisten.

Und sie alle wollen nur eins: Addis herzhafte Leckereien. Pommes, Currywurst, Schaschlik, Rumpsteak in allen Größen, Schnitzel oder Burger – alles immer frisch zubereitet, liebevoll dekoriert. Und vor allem mit Addis unverwechselbarem Charme serviert.

Auch die „Mofa-Gang“ kommt bei Addi vorbei (hier mehr dazu lesen).

Tolles Imbiss-Team

Als „Zugabe“ gibt es noch bis Freitag das tolle Imbiss-Team, das einen wie in einer großen Familie empfängt. Nicht zu vergessen die kleinen Lollis, die Addi (nicht nur) den Pänz schenkt.

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Kult-Imbiss-Chef Addi und Kult-Taxifahrer „Balu“ schrieben jahrelang Kolumnen für den EXPRESS.

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Kuffner

Abschied am Samstag

Am Samstag dann der sicher tränenreiche Abschied: Freunde von Addi versorgen die Gäste mit „der letzten“ Curry- oder Schwedenwurst, auch Spießbraten gibt es. Und Addi soll sich um nichts kümmern – außer darum, seine Fans zu begrüßen.

Der Harley-Fan erzählt: „Ich kenne Leute, die haben ihren Urlaub verschoben, um mir Samstag Danke sagen zu können.“

Geschenke von Gästen

Und schon jetzt rühren den gebürtigen Polen seine Gäste: „Kinder der Münsterschule bringen mir immer wieder selbst gebastelte Papiermännchen vorbei“, erzählt Addi und zieht welche aus der Schublade.

Letzten Freitag waren rund 200 Gäste im und vorm Kult-Imbiss. Und plötzlich: Totenstille! Addi gerührt: „Da kam der Pastor mit den Heiligen Drei Königen, die ich hier immer empfangen habe. Und die haben für mich gesungen.“

Goldener Grill-Spachtel

Beim EXPRESS-Besuch kommt dann Malermeister Uwe Düpper vorbei – mit einem vergoldeten Spachtel. Düpper schmunzelt: „25 Jahre lang habe ich Addi mit Spachteln für seinen Grill versorgt.“

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Malermeister Uwe Düpper schenkte Addi einen goldenen Grill-Spachtel.

Foto:

Marion Steeger

Aus Imbiss wird Wohnung

Addi hört auf. Und der Kult-Imbiss verschwindet. Plonka zieht in das Gebäude in der Südstadt ein, aus dem Lokal wird eine Wohnung, die er vermieten will. „Ich hab schon jede Menge Anfragen“, lacht er.

Und dann? „Erst mal Luft holen. Dann muss ich meinem Tag eine völlig neue Struktur geben, da ich ja nicht mehr von 6 bis 24 Uhr im Lenné-Snack stehe. Natürlich möchte ich mehr Zeit für meine Kinder und die Familie haben. Aber ich habe schon Anfragen von Freunden, ob ich dort ab und zu mal aushelfen möchte.“

Niemals geht man so ganz

Dann stellt Addi klar: „Mit dem Arbeiten kann und will ich nun mal nicht aufhören.“