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Bonner frenetisch gefeiert: Ferdi (78): Gute Seele des Vereins und neue „Lichtgestalt“

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Ferdinand „Ferdi" Kirschbaum (78), die „EXPRESS Lichtgestalt Sport Ehrenamt 2019", hatte mit Laudator Reiner Calmund viel Spaß auf der Bühne im Rhein-Energie-Stadion.

Foto:

Thilo Schmülgen

Es war auch sein Abend! Um 21:12 Uhr betrat Ferdinand „Ferdi“ Kirschbaum vom BSV Roleber unter tosendem Applaus die Bühne der ETL-EXPRESS-Sportnacht (hier alles über den rauschenden Abend lesen) und umarmte Laudator Reiner Calmund (70). Ferdi wer? Ferdi Kirschbaum! Einer von vielen, und doch einer wie keiner! Kirschbaum ist die „Lichtgestalt Sport Ehrenamt 2019“.

Ferdi Kirschbaum aus Bonn ist neue „Lichtgestalt Sport Ehrenamt“

Sechs von über 150 Kandidaten hatten es ins Finale geschafft, die prominent besetzte Jury entschied sich für Ferdi, der den Preis wahrlich verdient hat – doch Callis Laudatio galt nicht nur Ferdi, sie galt allen, die die Seele des Fußballs in Zeiten des Mega-Kommerzes trotz oder gerade wegen der Entrücktheit des Milliarden-Geschäfts weiter mit Leben füllen.

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Ferdi Kirschbaum und Lothar Matthäus bei der ETL-EXPRESS-Sportnacht mit ihren Auszeichnungen – und umrahmt von Jugendspielern des BSV Roleber.

Foto:

Martina Goyert

So lobte Reiner Calmund die Arbeit der Ehrenamtlichen

„Zuhören lohnt sich“ forderte Calli die 1200 geladenen Gäste auf, ihren Smalltalk einzustellen und machte denen, die es vielleicht gerne mal vergessen, gewohnt lautstark und gestenreich klar: „Ohne sie (Ehrenamtler/d.Red) gäbe es mit Sicherheit keine Spitzensportler.“
Calmund verwies auf die „zweistellige Millionenzahl an ehrenamtlichen Mitarbeitern in verschiedenen Sportarten“, die Deutschland zu einem „Musterland“ in Sachen Ehrenamt machen, allein 1,7 Millionen im Fußball.

„In den 21 Landesverbänden des DFB nehmen 150000 Mannschaften an 40 bis 45 Wochen im Jahr im Spielbetrieb teil“, rechnete er vor: „Pro Saison werden im Fußball durch Ehrenamtler und freiwillige Helfer rund 250 Millionen Stunden geleistet.“

Diese Stunden mal Mindestlohn, rechnete Calmund vor, knallte die Faust aufs Podium und nahm die Politik mit in die Pflicht. Und dann all die Stunden der anderen Sportarten, „dann sind wir im zweistelligen Milliardenbereich!“ Callis Stimme bebte, der Applaus des Publikums war ihm gewiss.

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„Lichtgestalten“ unter sich: Lothar Matthäus und Ferdi Kirschbaum bei der ETL-EXPRESS-Sportnacht.

Foto:

Thilo Schmülgen

Anekdoten mit Calli ausgetauscht

Nach dem Film, in dem Kirschbaum am Mikrofon von EXPRESS-Chefredakteur Constantin Blaß unter Tränen sagte: „Macht keine Sachen, damit hätte ich nie gerechnet“, tauschte Calli mit Ferdi alte Anekdoten aus. „Ich kenne den Reiner, ich habe ihn 40 Jahre lang immer im Fernsehen bewundert“, erklärte Ferdi und erzählte, wie Calmund einst seinen besten Spieler – der heute wieder als B-Jugend-Trainer für den BSV Roleber arbeitet – für einen Zuschuss zu einem Grillfest zu Bayer Leverkusen lotste. Und ihm einige Jahre später auf Calli-Art klarmachte: „Übrigens, deinen Rechtsaußen schnapp ich mir, such Dir schon mal einen neuen.“

Das ist „Lichtgestalt“ Ferdi Kirschbaum

Wer ist also dieser Kirschbaum? Das grün-weiße Trikot des BSV Roleber ist seine zweite Haut. Der Verein, der in diesem Jahr seit 100 Jahren besteht, seine Herzensheimat. Seit 64 (!) Jahren ist Ferdi in Bonn im Klub „OM Berg“ aktiv – ganz besonders in der Nachwuchs-Förderung.

„Wenn diese Auszeichnung einer verdient hat, dann ist es der Ferdi. Das wird jeder hier sagen“, erklärt Vereinsmitglied Christoph Rauscher. Jugendtrainer Michael Gladel fasst treffend zusammen: „Der BSV ohne Ferdi ist wie Köln ohne Dom.“

Tausende Kinder hat der achtfache Großvater für den Fußball begeistert. Er war es auch, der die exzellente Jugendförderung des Vereins vorangetrieben hat, sich starkgemacht hat für Jugendfahrten. „Ich hab’ ein Händchen für Kinder. Die kommen immer gern auf mich zu“, sagt Ferdi, für den Fußballtraining und Erziehung eng zusammenhängen: „Benehmen und Charakter sind wichtig, auch das lernen die Kinder beim Fußballtraining.“

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Saß neben dem völlig begeisterten Ferdi Kirschbaum im Publikum: Beatriz Dirksen, die stellvertretende Jugendleiterin des BSV Roleber.

Foto:

Martina Goyert

Die gute Seele des Vereins

„Ferdi ist hier der gute Geist, die Seele“, sagt Beatriz Dirksen, die stellvertretende Jugendleiterin. Am Mittwochabend erhielt er dafür die verdiente Auszeichnung – stellvertretend für die Millionen Ehrenamtler, die den Fußball am Leben halten.