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Zahnersatz?: Lieber alte statt neue

Moderne Methoden können kranke Zähne retten.
Moderne Methoden können kranke Zähne retten.
Foto: Thinkstock.com

Die moderne Medizin ermöglicht in den meisten Fällen die Vermeidung von Zahnverlust. Um die Zähne zu retten gibt es mittlerweile zahlreiche Methoden. Sogar die Züchtung aus Stammzellen soll möglich sein.

Es gibt sie also, die Gnade der späten Geburt – zumindest bezogen auf die Zahnmedizin. „Noch vor 40 Jahren wurde praktisch jeder kranke Zahn gezogen“, sagt Dr. Giesbert Schulz-Freywald, Vizepräsident der Landeszahnärztekammer Hessen. Heute lautet die Philosophie: „Wenn ein Zahn gerettet werden kann, wird er gerettet!“ Das gelingt in den meisten Fällen – dank moderner Behandlungsmethoden wie Endodontie oder Wurzelspitzenresektion. Künftig sollen sogar neue Zähne aus Stammzellen gezüchtet werden können.

Möglichst viel erhalten

Die Endodontie rettet Zähne, die äußerlich noch unbeschadet sind, deren Nerv im Inneren jedoch beschädigt oder bereits abgestorben ist. „Der Zahn wird geöffnet, der Nerv entfernt und die entstandene Lücke mit einem speziellen Material wieder aufgefüllt“, erklärt Dr. Schulz-Freywald. Für abgestorbene Zähne, an deren Wurzel sich eine Zyste gebildet hat, gibt es ebenfalls noch Rettung. In diesem Fall wird die Wurzelspitzenresektion angewendet. Dabei wird die Zyste operativ entfernt und die Wurzelspitze gekappt.

„Deep Scaling“

Zähne, die sich aufgrund von Parodontose gelockert haben, müssen nicht mehr zwingend gezogen werden. In frühen Stadien werden Entzündungsgewebe, Bakterien und Zahnstein entfernt, ohne dass das Zahnfleisch noch aufgeschnitten werden muss. Mit scharfen Instrumenten, Laser oder einem Ultraschallgerät dringt der Arzt in die Taschen ein und beseitigt die Verunreinigungen. Hinterher werden die Zahnwurzeln geglättet. Diese Form der Parodontosebehandlung nennt sich „Deep Scaling“.

Krankes Gewebe entfernen

Ist bereits der Kieferknochen befallen, können die Zähne nur noch durch eine Operation geheilt werden. Dazu wird das Zahnfleisch im kranken Bereich aufgeschnitten und das bakteriell verseuchte Gewebe gründlich entfernt. Knochen und Wurzeloberfläche werden mit Polierdiamanten mikroskopisch fein gesäubert, anschließend die Lücken durch künstliches oder körpereigenes Knochenmaterial ersetzt. Damit die Implantate gut einheilen können, wird das Ganze mit einer selbstauflösenden Folie bedeckt, die die Heilung fördert (Guided Tissue Regeneration). Zum Schluss wird das Zahnfleisch vernäht und mit einem speziellen Verband bedeckt. Nach sechs bis acht Monaten ist in der Regel ein Teil des verlorenen Knochens wieder zurückgewonnen.

Zähne aus Stammzellen

„Der Zahnerhalt hat in den vergangenen Jahren einen immer größeren Stellenwert bekommen“, sagt Dr. Schulz- Freywald. Und das nicht nur unter gesundheitlichen, sondern auch unter ästhetischen Gesichtspunkten. „Nur menschliche Zähne nachwachsen lassen geht nicht“, lacht der Zahnarzt – zumindest noch nicht. Denn Forscher arbeiten daran, Zähne aus Stammzellen zu produzieren. „Das ist zwar heute noch Zukunftsmusik, aber die Forschung ist schon ziemlich weit fortgeschritten“, sagt Schulz-Freywald.

So bleiben Zähne gesund

• Gründliche Zahnpflege
• Kariesfrüherkennung
• Zahnprophylaxe und Parodontosebehandlung
• Moderne Endodontie bzw. Wurzelbehandlung
• Wurzelspitzenresektion
• Adäquate Rekonstruktion

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