Empfehlen | Drucken | Kontakt23.02.2010 - 17:35 Uhr

Trend Mash-up-Mixes: Wenn Rihanna mit dem Johann Sebastian...

Von ANDREAS KOHN
Ein sogenannter Mash-Up: Rihanna und Johann Sebastian Bach.
Ein sogenannter "Mash-Up": Rihanna und Johann Sebastian Bach.
Foto: Foto: dpa, Montage: Express

Man nehme mindestens zwei populäre Songs und werfe sie in einen großen Mixer. Voilà, heraus kommt ein sogenanntes „Mash-up“! Disco-Hits nach dieser Rezeptur sind gerade mächtig in Mode. X-Scout Andy hat die neue Art von Musik dem Geschmackstest unterzogen.

Christina Aguilera schmettert „Genie In The Bottle“ zur Musik des Rock-Evergreens „Song 2“ von Blur. Und die Tanzfläche tobt. Eminem rappt, während im Hintergrund der Beat von Nenas allgegenwärtigen „99 Luftballons“ dröhnt. Und die Tanzfläche tobt. Und sogar der klassische Komponist Johann Sebastian Bach wird mit Rihanna-Beats verquirlt. Und die Tanzfläche... Ihr wisst schon.

Das Prinzip ist so genial wie einfach: Für „Mash-ups“ oder „Bastard-Pop“-Stücke vermischen DJs die Gesangsspur eines Songs mit der Instrumentalspur eines zweiten, manchmal sogar eines dritten. Der Vater des Bastard- Pops ist der britische DJ Mark Gunderson, der schon 1995, von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt, die aller-erste Bastard-Pop-Single „The
Whipped Cream Mixes“ raushaute. Dort mixte er die Rapper Public Enemy mit dem Jazz-Trompeter Herb Alpert.

Die neu entstandenen Stücke standen schnell unter dem Verdacht, das Copyright der Ausgangsstücke zu missachten – kein Remix war von den Rechteinhabern genehmigt. Deshalb wurde „Bastard Pop“ zunächst illegal unter dem Ladentisch verkauft. Seit einigen Jahren aber gibt die Musikindustrie ihre Stücke oft für „Mash-up“ frei. Die belgische Popband „Soulwax“ veröffentlichte als „Too many DJs“ lizenzierte Bastard-Pop-CDs. Rapper Jay-Z und die Rocker von Linkin Park landeten mit „Numb/Encore“ einen Mega-Charts-Erfolg.

Jetzt kommt es zu den spektakulärsten Liasons: Reggae-Klassiker treffen auf New-Wave-Nummern, Glam Rock küsst harte elektronische Beats und die Beatles lassen sich mit Jay-Z ein. Das gefällt nicht nur DJs und Produzenten, sondern Tausenden Fans im Internet. Dort kursieren witzige (Lady Gaga trifft Mozart) bis technisch toll umgesetzte (Kylie Minogue trifft New Order) Ideen. Der Hype schreitet unaufhaltsam fort. Hört also im Club mal genau hin, wer da auf den Turntables wen küsst!

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