Wer immer noch behauptet, Fußball sei nur was für Männer, der war schon ewig nicht mehr im Stadion. Denn immer mehr Mädels stürmen die Arenen. Auch vor dem Fernseher, in Kneipen und beim Public Viewing steigt die Anzahl der jungen Frauen.
Eine „Sport+Markt“-Untersuchung hat ergeben, dass weltweit 38 % der Fußballfans jung und weiblich sind. Laut Hartmut Zastrow, Vorstand des Unternehmens, sind 46 % der jungen Frauen in Deutschland „interessiert“ oder „sehr interessiert“ am Fußball. Zudem begeistern sich weibliche Fußball-Fans sehr stark für Mode und Kleidung, sogar stärker als die jungen Frauen insgesamt und stärker als die männlichen Anhänger.
Beim 1. FC Köln sind etwa 15 Prozent der 25.000 Dauerkarteninhaber weiblich; bei den mehr als 47.000 Vereinsmitgliedern beträgt der Frauenanteil sogar 18 Prozent.
Noch vor zehn Jahren kam sich „frau“ einsamer vor – heute sind weibliche Jubelschreie gang und gäbe.
Bestes Beispiel: Der Kölner Fanclub „Die Roten Engel“, der selbst bei Auswärtsspielen mit von der Partie ist. Auch Touren, die nicht unbedingt als Kaffeefahrt durchgehen würden, weil man mit Tränengas beschossen und mit Ziegelsteinen beschmissen wurde, haben die Frauenfront beim Fußball nicht stoppen können.
Denn: Statt unbequemer Holzbänke wie in den 60er Jahren gibt es jetzt ergonomische Schalensitze und exklusive Business-Lounges. Das kulinarische Angebot beschränkt sich nicht mehr auf Brezel und Bier.
Oder beim Thema Mode: 26 Prozent der Fanartikel in Deutschland werden mittlerweile von Frauen gekauft. Unförmige, sackartige Trikots muss nicht jede tragen. In den Kollektionen finden sich sexy Tank-Tops mit kreativen Prints oder Accessoires wie Sonnenbrillen im Pilotenstil.
Heißt: Die Frauen sind im Fußball angekommen – und Diskussionen über Tor oder Nicht-Tor, strittige Abseitsentscheidungen oder die pure Wut auf den Schiedsrichter werden nicht mehr ausschließlich von Männern geführt.
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