Empfehlen | Drucken | Kontakt12.03.2010 - 13:27 Uhr

X-Scout trifft Barbara Salesch: Ein Tag mit Deutschlands berühmtester Richterin

Von FLORIAN HELLER
X-Scout Florian Heller beim Interview mit Richterin Barbara Salesch.
X-Scout Florian Heller beim Interview mit Richterin Barbara Salesch.
Foto: Sat. 1, X-Scouts

Sie ist die berühmteste Richterin Deutschlands: „Sat.1“-Star Barbara Salesch (59). Was aber nicht jeder weiß: Ihr Richterpult steht mitten im Rheinland. Tag für Tag klärt der resolute Rotschopf im Nachmittagsprogramm ihre fiktiv-skurrilen Strafrechtsfälle im TV-Studio in Hürth. X-Scout Florian begleitete sie einen Tag lang am Set. Ein straffreier Dreh mit aufschlussreichen Aussagen.

Kameras surren, als Barbara Salesch ihre heutige Verhandlung eröffnet. Es geht um „Schwänke aus dem Treppenhaus“, um die klassische Frage „Mord oder Totschlag?“. So ist der Dreh-Fall beschrieben, bei dem ich als X-Scout und Zuschauer im Gerichtssaal dabei sein darf. Ob er in der TV-Sendung auch noch so heißt, ist unklar. Denn es ist ein Arbeitstitel.
Das zeigt, dass hier nichts Reales verhandelt wird. In jeder Ecke dieses Gerichtssaals stehen Kameras. Laien-Darsteller spielen Angeklagte und Zeugen.

Barbara Salesch mit X-Scout Florian und Team.
Barbara Salesch mit X-Scout Florian und Team.

Wie die Thailänderin Miu (19), die sich jetzt auf den Zeugenstuhl setzt. Auf dem Kopf trägt sie ein Drahtgestell. „Die Folge eines Schädelbasisbruchs“, erklärt sie der Richterin. Ihr Mann Klaus, der Angeklagte, habe sie nach einem Streit vom Balkon gestoßen.

In Saleschs Fällen wird das große Rad gedreht, auch heute geht's um Sex-Tourismus, Ehebetrug und Gewalt gegen Frauen. Der böse Angeklagte hat wirklich Dreck am Stecken - Salesch kanzelt ihn ab. „Sie haben keinen Respekt vor Frauen!“ Die Folge für Klaus: zehn Jahre Knast wegen gefährlicher Körperverletzung!

Oft werden die Angeklagten hier auch entlastet. Der Spannung und der Überraschung wegen. Ist denn hier wirklich alles Show? „Na ja, wir wollen eben unterhalten“, lächelt Salesch. Das schaffen sie. Die Quoten sind seit Jahren hervorragend. „Und wir sind echt“, grinst der Staatsanwalt Bernd Römer mich an. „Echte Juristen.“ Immerhin!

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