Oh weh, was kommt da auf Jogis Jungs zu! Der Schiri für das Spiel gegen Ghana steht fest.
Und wenn es nach den Statistiken geht, ist der noch fleißiger beim Karten-Austeilen als der gelb-süchtige Alberto Undiano, der gegen Serbien Miro Klose vom Platz jagte.
Sein Name: Carlos Simon. Sein Spitzname: "Sheriff" - wegen seiner theatralischen Art. Vor seinem ersten Spiel, England gegen USA, lernte der Brasilianer extra englische Schimpfwörter, um Rüpel Wayne Rooney ganz genau auf die Finger schauen zu können. Insgesamt verteilte er in dem Spiel sechs Gelbe, Rooney hielt sich bedeckt, der Kicker verpasste ihm die Spitzennote 1,5 für die Leitung des Spiels.
In seiner Heimat ist Simon allerdings heftig umstritten: Wegen Manipulationsverdachts wurde der Unparteiische 2009 in Brasilien für sechs Wochen gesperrt.
Auch eine DVD mit Simons Fehlentscheidungen, die Erstligist Flamengo Rio de Janeiro 2008 in einem offiziellen Beschwerdebrief an die FIFA schickte, hielt den Weltverband nicht von einer WM-Nominierung ab.
Was dennoch Mut macht: Das letzte deutsche Spiel, das er pfiff, war der 2:0-Achtelfinalsieg gegen Schweden bei der WM 2006.
Dennoch heißt es Aufpassen: In seinen 100 internationalen Einsätzen hat der 44-Jährige im Schnitt rund fünf gelbe Karten pro Spiel verteilt, zückte fast in jedem Dritten eine Rote.
Zum Vergleich: Skandal-Schiri Undiano verteilt laut Statistik gerade mal vier Gelbe pro Spiel. Schlüsselspieler wie Lahm, Schweinsteiger, Khedira und Özil sind allesamt vorbelastet. Bei der nächsten Gelben müssen sie ein Spiel zuschauen. Eine Katastrophe bei einem möglichen Hammergegner in der K.O.-Runde.
Unterdessen wurde die gute Leistung von Bundesliga-Referee Wolfgang Stark bei der Partie Argentinien-Nigeria von der FIFA mit einem zweiten Vorrundeneinsatz belohnt. Der Unparteiische aus dem bayerischen Ergolding leitet am Mittwoch die Begegnung zwischen England und Slowenien in Port Elizabeth. Die Berufung birgt allerdings Brisanz, sind doch die Engländer ein möglicher deutscher Gegner im Achtelfinale.
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