Empfehlen | Drucken | Kontakt12.07.2010 - 07:29 Uhr

Torschützenkönig: Thomas Müller lässt die WM Revue passieren

Thomas Müller küsst Fußball-Deutschland, Fußball-Deutschland küsst Thomas Müller.
Thomas Müller küsst Fußball-Deutschland, Fußball-Deutschland küsst Thomas Müller.
Foto: Getty Images
Johannesburg –  

3. März 2010, Allianz-Arena: Müller debütiert beim 0:1 gegen Argentinien für Deutschland, wird nach dem Spiel von Diego Maradona aus dem Presseraum gescheucht, weil der ihn für einen Balljungen hält.

Montag, gerade mal gute vier Monate später, wird Müller in Johannesburg die Wahl zum besten Jungspieler der WM gewinnen, alles andere wäre ein Witz. „Es ist natürlich eine Ehre, in einem Zuge mit Beckenbauer, Pelé, Michael Owen oder Podolski genannt zu werden“, sagt Müller.

Fünf Turnier-Tore, darunter das 1:0 in der 3. Minute des Viertelfinals gegen Argentinien - die ganze Fußball-Welt und auch Maradona wissen jetzt, wer Müller ist. Schließlich hat Müller nun auch den Goldenen Schuh als Torschützenkönig der WM gewonnen (weil er gleichviele Tore wie der Spanier Villa und der Niederländer Sneijder hat, aber mehr Assists).

Geboren am 13. September 1989 in Weilheim, Oberbayern. Als Vierjähriger kickt er erstmals für den TSV Pähl. Einst schießt er 120 Tore in einer Saison. Mit elf spielt er beim FCB, mit 15 in der Jugend-Nationalelf, mit 18 gibt er unter Jürgen Klinsmann sein Bundesliga-Debüt und macht noch eben Abitur, ehe er unter Louis van Gaal voll durchstartet.

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Bei der WM muss er beim Halbfinal-Aus gegen Spanien gelbgesperrt zuschauen. „Das ist die größte Kacke, die passieren kann, wenn man da oben sitzt und nichts tun kann“, schimpft er.

Nicht nur als Fußballer, auch als Typ gewinnt er die Herzen der Fans. Mit Lässigkeit und Leichtigkeit. Mit den Einlaufkindern hält er ein Schwätzchen im Kabinengang, nach dem Spiel grüßt er Oma und Opa via TV. Der Bursche macht Fußball-Deutschland Spaß.
Hoffentlich bleibt er so.

„Wenn man das alles Revue passieren lässt, kann man damit einigermaßen zufrieden sein. Aber das ist schon noch ausbaufähig“, flachst er beim Rückblick auf seine WM: „Aber wenn mir das jemand vorher gesagt hätte, sechs Spiele und dabei acht Scorerpunkte, da hätte ich gesagt: Ihr spinnt doch alle!“
Hoffentlich bleibt er so.

Erst mal freut er sich auf den Urlaub: „Ich muss erst mal runterkommen, durchschnaufen. Ich denke, ich werd' die nächsten paar Wochen erstmal keinen Ball berühren, sondern mich erst mal auf die faule Haut legen - mit dem Gewicht habe ich ja Gott sei dank nicht so viele Probleme.“ Hoffentlich bleibt das so.

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