Deutschland steht vor den fünf wichtigsten Fußball-Tagen des Jahres. Am Sonntag wollen Jogis Jungs den Weltmeistertitel feiern. Auf dem Weg zum vierten Stern muss Spanien am Mittwoch verputzt werden.
Aber ausgerechnet in dieser heißen Turnierphase erschüttert ein heftiger Machtkampf das Team. Die Rebellion, die WM-Kapitän Philipp Lahm gegen den etatmäßigen Kapitän Michael Ballack gestartet hat, ist das Thema in Südafrika. „Die Binde gebe ich freiwillig nicht mehr her“, hatte Lahm im EXPRESS-Interview gesagt. Fast zeitgleich war Ballack – früher als ursprünglich geplant – aus Südafrika abgereist (EXPRESS.DE berichtete).
Von „Götterdämmerung“ und „Palastrevolution“ schreiben die Nachrichtenagenturen. „Es gibt keine Missstimmung bei uns“, beeilte sich Teammanager Oliver Bierhoff zu sagen. Doch der Schaden ist nicht mehr zu beheben. „Ein absolut unglücklicher Zeitpunkt“, sagt auch Stefan Effenberg zur Kapitäns-Debatte. „Lahm wäre besser beraten gewesen, sich bedeckt zu halten und gar nichts darüber zu sagen. Das wird Unruhe gehen.“
„Jogis Mannschaft schwimmt derzeit auf einer Welle, aber was soll dieses Thema? Ballack kann mit seiner Erfahrung und seiner Klasse sehr wertvoll sein. Auch Schweinsteiger kann von ihm profitieren, ähnlich wie von Mark van Bommel bei Bayern.“
„So etwas hat bei einer WM, hier und jetzt, nichts verloren. Michael Ballack hat Respekt verdient. Das ist nicht irgendein Spieler mit zwei Länderspielen. Jetzt so eine Flanke zu eröffnen ist völlig unnötig, geradezu rätselhaft.“
„Ich habe damals die Kapitänsbinde bekommen, weil sich Karl-Heinz Rummenig ge verletzt hatte. Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, sie zurückzugeben. Ich habe kein Verständnis dafür, was Lahm da macht. Schon gar nicht vor so einem wichtigen Spiel.“
„Wenn Michael jetzt sagen würde: Das Team ist ohne mich stark genug. Ich trete zurück, konzentriere mich auf Leverkusen, dann würde er noch mal Größe beweisen. Ich habe nicht erst heute gesagt, dass unsere Mannschaft ohne Ballack stärker ist.“
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