Thomas Müller, Miroslav Klose, Manuel Neuer - war einer von ihnen unser Held der WM? Alles Quatsch, der wahre Star der Weltmeisterschaft war Paul, das "Okrakel".
War das Tier bis dato nur eine normale Attraktion im Oberhausener "Sealife", das ab und zu ein paar Fußball-Tipps abgab, ist Paul nach vier Wochen WM ein gefeierter Star und der berühmteste Kraken weltweit.
Sogar "BBC", "New York Times" und "Washington Post" berichteten über das Tier mit den hellseherischen Fähigkeiten.
Kein Wunder, denn Paul hatte bei seinen Tipps eine unglaubliche Trefferquote von 100 Prozent!
Bis hin zum Finale wusste er immer, welche Mannschaft das nächste Match gewinnen wird. Nicht einmal nahm er sich die Muschel aus der Box des später unterlegenen Teams. Wahnsinn!
Aber wie geht es nun weiter mit dem Tentakel-Orakel? Eine Zukunft als langfristiger WM-Hellseher steht ihm nicht bevor - Paul ist schon zweieinhalb Jahre alt und wird das Jahr 2014 wohl nicht mehr erleben. Falls er nicht neben seinen hellseherischen Fähigkeiten nicht auch noch unsterblich ist...
Auch Bastian Schepers vom"Sealife" sagt, dass der Kraken als "alter Hase" nicht einmal mehr die EM in zwei Jahren erleben werde, vielleicht tippe er aber noch ein paar Bundesliga-Spiele.
Da könnte ja noch viel Arbeit auf das Tier zukommen, die Saison ist schließlich viel länger als die WM.
Möglicherweise sollte Paul aber auch lieber in den Ruhestand gehen: Die unglaubliche 100-Prozent-Quote macht ihn legendär. Sollte er ein Bundesliga-Spiel falsch tippen, könnten vielleicht doch Zweifel an den übersinnlichen Fähigkeiten des Kraken auftreten...
Paul Oktopus ist noch verdammt jung: Geboren wurde er erst am 26. Januar 2008. Als Jungspund kann er also gar nicht soviel Ahnung vom Fußball haben. Kraken werden aber auch nicht sehr alt. Viel Fußballgeschichte wird Paul also eher nicht erleben.
Paul Oktopus ist Engländer! Geboren wurde er im englischen Badeort Weymouth in Dorset. Manche Engländer beschimpfen Paul als Verräter, andere wollen Paul künftig als TV-Kommentator einsetzen: Er rede im Gegensatz zu vielen Sportjournalisten nicht zu viel, aber habe ausgezeichnete Fachkompetenz bewiesen, schrieb der Guardian.
Paul und die Argentinier werden keine Freunde mehr: Argentinische TV-Sender haben im Vorfeld des Viertelfinalspiels Deutschland – Argentinien Kochrezepte vorgeschlagen, um Paul zu Paella zu verarbeiten.
Paul Oktopus ist bei Facebook. Dort postete er jetzt: "Hm.... Spanien ist aber auch immer so eine Sache. Ich habe mich im Finale der Fußball EM 2008 auch schon sehr schwer getan und verokrakelt. Ich habe Deutschland damals als Europameister gesehen.... Na ja, so wiegeln sich die Spanier wenigstens in Sicherheit :)"
Er hat schon fast 500 Fans. Nicht nett ist, dass seit dem Spanien-Tipp einige User Tintenfisch-Rezepte verlinken.
Die Domain "pauloktopus.de" ist noch nicht registriert. Dazu hatte Paul wahrscheinlich noch keine Zeit. Sollte der Medienprofi aber schleunigst machen.
Die meisten Kraken haben einen Lieblingsarm. Könnte durchaus sein, dass es beim Promi Paul der dritte linke Arm ist: Damit pflanzen sich die männlichen Kraken fort. Viel Nachwuchs produzieren ist eine Kraken-Spezialität. Alle Kraken vermehren sich nur einmal im Leben, einige Wochen bis wenige Monate danach sterben die Tiere.
Pauls Verwandte sind für den Menschen ungefährlich. Werden Kraken provoziert, können sie schmerzhaft zubeißen. Einige Arten auch giftig. In den Bereich der Legenden gehören Berichte, nach denen große Kraken Menschen mit ihren Fangarmen erwürgen oder gar Schiffe in die Tiefe ziehen können. Am dunklen Meeresgrund versteckt sich aber noch riesengroße, unerforschte Verwandtschaft von Paul: Die Riesenkalamare.
Pauls Name stammt vom Titel eines Gedichtbands: "Der Tintenfisch Paul Oktopus" von Boy Lornsen. Von Lornsen ist auch das Kinderbuch "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" bekannt.
Tierschützer wollen Paul befreien: Die Tierschutzorganisation Peta will den Oktopus zurück ins Meer lassen. In einem Nationalpark in Südfrankreich, wo Fischerei verboten ist, soll Paul „endlich ein Leben in Freiheit genießen“.
Auch andere Oktopusse sind sportverrückt: Bei Eishockeyfans der Detroit Red Wings spielen sie eine wichtige Rolle. Fällt ein Tor, schleudern die verrückten Fans tote Tintenfische aufs Feld.
HIER kann man sich das passende Video anschauen. Aber nicht, dass die deutschen Fans nach einem Halbfinalsieg Kraken aufs Feld werfen. Igitt!
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