Er herzte Thomas Müller. Er klatschte cool mit Khedira ab. Er nahm Arne Friedrich in den Arm. Und er musste sich recken, als er Per Mertesacker drücken wollte: Jogi machte den Diego! Mit dem Unterschied, dass er seine Jungs nicht abknutschte und diese Jogis Herzlichkeiten gerne annahmen. Etwas sachlicher war das „Shakehands“ mit DFB-Präsident Theo Zwanziger. Ob Löw seinem „Boss“ da schon gesagt hat, wie es mit ihm weitergeht?
Nach dem 3:2-Sieg gegen Uruguay, der den dritten Rang bei der Weltmeisterschaft 2010 bedeutete, war Bundestrainer Joachim Löw klar auf Kuschelkurs. „Danke Jungs, ihr ward großartig“, schien er jedem Einzelnen sagen zu wollen. Knapp acht Wochen war das Team zusammen. Die Mission wurde erst im Halbfinale von bärenstarken Spaniern gestoppt. Am Ende hatte jedes Mitglied der deutschen Mannschaft die Bronzemedaille um den Hals baumeln.
Löw trug einen Pullover über dem Hemd, hatte ein schickes schwarzes Sakko an, den dunkelgrauen Schal lässig um den Hals gebunden. Der war auch nötig, denn schließlich lag Löw wenige Stunden zuvor noch mit Fieber und Schüttelfrost im Bett. Der Bundestrainer hatte sich einen grippalen Infekt eingefangen. Jetzt hoffen die Bundesligatrainer daheim in Deutschland, dass Kuschel-Jogi seine Jungs beim Herzen nicht angesteckt hat.
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