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Ballack schreibt: „Bei Lahm kann ich Jogi Löw nicht verstehen!“

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Fipsi den Kopf gewaschen. Michael Ballack (l.) und Philipp Lahm bei der WM 2006.
Fipsi den Kopf gewaschen. Michael Ballack (l.) und Philipp Lahm bei der WM 2006.
Foto: dpa

Deutschland hat ein starkes Kollektiv, einen tollen Spirit in der Mannschaft. Man spürt, dass sich jeder für den anderen aufopfert. Mit diesem Geist kannst du Weltmeister werden...

Aber die Diskussion um die richtige Position für Philipp Lahm kommt zur Unzeit! Für mich ist die Debatte sogar überflüssig! Bundestrainer Joachim Löw hätte sich bereits weit vor der WM erklären können. Er hätte sagen müssen, dass er Lahm bei dem Turnier auf der Sechs sieht. Dann hätte es diese Diskussion jetzt nicht gegeben.

Allerdings verstehe ich nicht, dass Löw ihn im Mittelfeld sieht. Verstehen Sie mich nicht falsch, er ist ein Super-Spieler auf dieser Position. Aber im Gegensatz zu Bayern München wird er in der Nationalmannschaft eher in der Viererkette gebraucht. Da wäre er viel wertvoller. Dort hat er jahrelang gespielt, dort hat er sich zu einem Weltklassemann entwickelt.

Und ich frage mich: Warum sollten wir uns freiwillig eines Lahms auf dieser Position berauben, um den uns die ganze Welt beneidet? Mit dieser Maßnahme schwächen wir uns doch nur selbst.

Außerdem: Lahm nimmt einem anderen Weltklassemann den Platz weg. Und der heißt für mich Bastian Schweinsteiger.

Warum haben wir bis jetzt auf ihn verzichtet? Im Mittelfeld haben wir doch gar keine Probleme. Mit Kroos, Khedira, Schweinsteiger, Götze, Özil, Kramer, Podolski und Schürrle haben wir doch gerade in diesem Bereich ein Überangebot an guten Spielern. Unser wahres Problem liegt in der Abwehr auf den Außenpositionen. Besonders auf der linken Seite.

Und ich bleibe dabei: Lahm müsste auf links spielen, Boateng rechts, Mertesacker und Hummels innen. Dann hätten wir auch eine Defensive von WM-Format.

Ich kann mir vorstellen, dass Philipp eine Rückkehr in die Viererkette nicht schmecken könnte. Er ist jetzt dreißig Jahre alt, er weiß natürlich, dass es in den nächsten Jahren immer schwieriger wird, auf der laufintensiven Außenverteidigerposition zu bestehen.

Mit einem Wechsel ins defensive Mittelfeld könnte er mit seiner Spielintelligenz locker noch drei, vier Jahre auf höchstem Niveau spielen. Aber am Ende sollte der Bundestrainer diese Entscheidung alleine treffen.

Ich bin überrascht, wie kritisch Mesut Özil gesehen wird. Für mich ist und bleibt er ein außergewöhnlicher Spieler. Ja, er hat bei dieser WM noch kein überragendes Spiel abgeliefert. Aber er hat mich auch nicht enttäuscht. Er braucht einfach mal einen magischen Moment, er muss diesen Moment erzwingen. In dieser Situation muss Löw ihm den Rücken stärken. Denn um Spieler wie ihn oder auch Mario Götze beneiden uns andere Nationen. Sie machen den Unterschied aus.

Jetzt kommt die USA. Das ist brisant wegen Jürgen Klinsmann. Aber ich glaube nicht, dass die Amerikaner einen Vorteil haben, weil Klinsmann mal Bundestrainer war und den deutschen Fußball gut kennt. Am Ende entscheidet die Qualität. Und die haben wir, um die USA zu besiegen.

Klinsmann ist ein Motivator, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Er kann die Spieler pushen, sie motivieren, sie heiß machen. Seine Jungs werden um ihr Leben rennen. Sie sind physisch enorm stark. Aber es wird nicht reichen. Ich glaube an ein 2:1 für Deutschland. Aber ich denke, dass sich auch die USA für das Achtelfinale qualifizieren werden.

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