Empfehlen | Drucken | Kontakt28.02.2010 - 19:57 Uhr

Olympia adé: Das Beste aus Vancouver

Die verrückten Olympia Fans

Die Winterspiele neigen sich ihrem Ende zu. Am Sonntag ist Schluss mit spektakulärem Sport im Schnee Kanadas. EXPRESS.DE präsentiert die besten Bildergalerien und die härtesten Sprüche.

Die Olympischen Winterspiele von Vancouver befinden sich auf der Zielgeraden, und der letzte Wettkampftag steht an. Die leidenschaftlichsten Olympia-Fans können sich Sonntag Nacht ab 2.05 Uhr auf die Live-Übertragung der Schlussfeier freuen.

Vancouvers beste Sprüche

„Es hat einfach mehr Sinn gemacht, mit einem netten Mädchen auszugehen als mit 19 Jungs.“ (Kanadas Eistanz-Olympiasieger Scott Moir auf die Frage, warum er sich im Alter von neun Jahren gegen Eishockey entschieden habe)

„Genie ist doch ein Kompliment, oder?“ (Viktoria Rebensburg, Olympiasiegerin im Riesenslalom, auf die Frage, warum sie Trainer Christian Schwaiger als „schlampiges Genie“ bezeichne)

„Wir leben nicht im Trottel-Paradies.“ (Der kanadische NOK-Geschäftsführer Chris Rudge zu Beginn der zweiten Woche auf die Frage, ob die USA im Medaillenspiegel noch einzuholen seien).

„Ihr täuscht euch, wenn ihr glaubt, dass das was mit dem Ding zwischen meinen Beinen zu tun hat.“ (Teamsprint-Olympiasieger Oystein Pettersen aus Norwegen über seinen Spitznamen Pölsa - Wurst)

„Olympia war sehr anstrengend. Deshalb feiern wir mit Kamillentee. Vielleicht lassen wir es aber auch richtig krachen und trinken einen Pfefferminztee.“ (Skispringer Martin Schmitt nach dem Gewinn der Silbermedaille im Mannschafts-Wettbewerb)

„Wenn Niki Lauda behauptet, beim Formel-1-Rennen von Monaco fliege man mit dem Hubschrauber durch das Wohnzimmer - dann fliegen wir mit dem Kampfjet durch die Besenkammer.“ (Ski-Crosser Martin Fiala beschreibt seine Sportart)

„Skicross ist ein wenig so, als würde man ein Taxi in Höchstgeschwindigkeit durch die überfüllten Straßen New Yorks steuern. Da kann es schon mal richtig krachen.“ (Der ehemalige Alpin-Rennläufer Daron Rahlves, USA, Olympia-Teilnahmer im Ski-Cross).

„Bestimmt ist das kein schöner Anblick, wenn mir der Speichel überall runterhängt.“ (Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner auf die Frage, ob sie eitel sei und wie sie sich bei Rennen sehe)

„Alternative Parametrisierungen bei korrelierten bivariaten binären Responsevariablen“ (Arbeitstitel der Diplomarbeit der promovierten Statistikerin Andrea Schöpp, Skip der deutschen Curling-Damen).

„Da bin ich hingefallen.“ (Kombinierer Tino Edelmann auf die Frage, was bei seinem Sturz im Langlauf des Team-Wettbewerbs genau passiert sei).

„Wir brauchen uns nicht vor der Bronzmedaille zu verstecken.“ (Kombinierer Björn Kircheisen)

„Es war wie eine Rundreise mit Prinzessin Diana.“ (Eiskunstlauf-Trainer Brian Orser über einen Trip durch Südkorea mit der in ihrer Heimat äußerst beliebten Weltmeisterin Kim Yu-Na).

„Jedes Mal, wenn ich hierher gekommen bin, wurden die Rennen wegen schlechten Wetters abgesagt. Wir nannten den Ort 'Pissler Mountain'.“ (Der frühere Slalom-Weltmeister Frank Wörndl über die wiederholten Absagen in Whistler)

„Bei Maria ist das egal, da kannst du auch einen Hausmeister hinstellen, die fährt trotzdem gut Ski. Wobei ich die Hausmeister jetzt nicht abwerten will.“ (Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold über seine Rolle beim Olympiasieg von Maria Riesch)

„Bei Olympia in Turin haben wir unsere Pressekonferenzen neben einer Mülltonne gemacht. So gesehen ist das schon eine Steigerung.“ (Biathlon-Bundestrainer Uwe Müssiggang zum Gespräch der deutschen Journalisten mit Olympiasiegerin Magdalena Neuner neben einem riesigen schwarzen Stromgenerator)

„In Deutsch.“ (Der italienische Weltklasse-Rodler Armin Zöggeler nach dem Gewinn der Bronzemedaille auf die Frage, ob er in Englisch oder Italienisch antworten will)

„Nee. Ich bin bei der Bundeswehr.“ (Der deutsche Kombinierer Tino Edelmann auf die Frage, ob er privat krankenversichert sei. Edelmann hatte sich bei einem Sturz eine Innenbandzerrung im Knie zugezogen und danach sieben Ärzte zur Behandlung aufgesucht)

„Ich war mit 16 Jahren der König des Hoola Hoop. Doch leider war das nicht Teil des olympischen Programms.“ (IOC-Präsident Jacques Rogge, 67)

Kuriose Olympia-Pannen
Startnummer unterm Ski
Foto: dpa

Pech hatte Evi Sachenbacher-Stehle in der Doppelverfolgung: Eine abgefallene Startnummer einer Konkurrentin klebte unter ihrem Ski, kostete Sekunden und die Top- Ten-Platzierung. Dafür lief es für sie im Teamsprint mehr als glatt: Gold gab es mit Claudia Nystad!

Beim Warmlaufen Böschung hinabgestürzt
Foto: dpa

Tragik und Triumph erlebte ihre Langlauf-Kollegin aus Slowenien. Petra Majdic stürzte beim Warmlaufen zum Sprint eine Böschung hinab, zog sich vier Rippenbrüche und einen Lungenfellriss zu. Sie startete trotzdem, holte Bronze - und bekam obendrauf noch den goldenen Staatsorden ihres Landes. „Sie hat gezeigt, welcher Kampfgeist und Stehvermögen möglich und notwendig sind, um ein Sportziel zu erreichen“, sagte Staatspräsident Danilo Türk.

Kreuzbandriss beim Start
Foto: Getty

Schmerzhaft und kurios war der Ausfall von Marion Rolland in der Damen-Abfahrt. Die Französin fiel wenige Meter nach dem Start um und zog sich einen Kreuzbandriss zu.

Schnürsenkel-Panne
Foto: AP

Nicht lustig fand der japanische Eiskunstläufer Nobunari Oda, dass ihm in seiner Charlie-Chaplin-Kür der Schnürsenkel riss. Der 22-Jährige lief hilfesuchend zum Preisgericht, um die dreiminütige Unterbrechung zu beantragen. Mit dem notdürftig geflickten Schlittschuh durfte er die Kür beenden, erhielt aber für die unfreiwillige Pause von den Preisrichtern zwei Punkte abgezogen und landete auf Rang sieben. Er hätte sich ja einen konditionellen Vorteil erschwindeln können.

Biss in Medaille - Zahn kaputt
Foto: dpa

Mit Humor trug der deutsche Rodler David Möller ein Missgeschick nach dem Gewinn von Olympia-Silber. Der 28-Jährige hatte nach der Siegerehrung auf Wunsch von Fotografen in sein Edelmetall gebissen und sich dabei eine Ecke aus einem oberen Schneidezahn gebrochen. „Die Ecke ist mir zu Hause schon immer mal weggebrochen“, sagte Möller. „Nichts Dramatisches. Aber es ist lästig, wenn man sich nicht traut, so zu lächeln, wie man das eigentlich sollte.“

Zipper vom Reißverschluss abgerissen
Foto: dpa

Nerven kostete Pascal Bodmer bei seinem Olympia-Debüt ein Problem mit seinem Sprunganzug. Kurz vor seinem ersten Sprung war dem 19-Jährigen der Zipper seines Reißverschlusses abgerissen und der Anzug komplett offen. „Ich mache 500 Sprünge im Jahr und nie passiert so was. Sein olympisches Debüt stellt man sich natürlich anders vor“, meinte Bodmer, dessen Verschluss mit einem Stück Draht repariert wurde. Doch die Konzentration bei Bodmer war weg: Er flog nur auf Rang 31.

Curling: Pech beim Wischen
Foto: dpa

Pech hatten auch die deutschen Curling-Herren gegen die Schweiz, als beim Wischen ein Besen einen Stein der Eidgenossen berührte. In so einem Fall darf der Gegner den Stein herausnehmen lassen. „Beim Wischen hat man einen Druck von 30 bis 50 Kilogramm auf dem Besen, da kann so etwas mal passieren“, meinte Skip Andreas Kapp.

Eis-Maschine defekt
Foto: dpa

Viel peinlicher war beim Eisschnelllauf der Ausfall von drei Eis-Maschinen im 500-m-Rennen der Herren, die fast zum Abbruch des Wettkampf-Abends geführt hätte. Die Pannen nahmen ihre Fortsetzung im 1000-m-Rennen, in dem dem Starter die Pistole versagte und der Russe Lebedjew fast 300 Meter um das Eis drehte. Erst dann bekam er mit, dass das Rennen eigentlich zurückgeschossen werden sollte.

Kalorien-Problem vor Bob-Start
Foto: AP

Ein Kalorien-Problem hatte der österreichische Bob-Pilot Wolfgang Stampfer, der wegen Überschreitung des Gewichtslimits seines Kufen-Fahrzeugs disqualifiziert wurde: Für den beim Aufwärmen verletzten Martin Lachkovics musste er den um 13 Kilogramm schwereren Jürgen Mayer einsetzen. Stampfer schlug vor Ärger gegen den Bob, nachdem die Waage nach dem ersten Lauf ein halbes Kilogramm zu viel angezeigt hatte. Wissend, dass es vom Gewicht knapp würde, hatte das Duo sogar auf Unterhosen und Socken verzichtet - es reichte dennoch nicht.

Die großen Geheimnisse des Wintersports

Brauchen BIATHLETEN einen Waffenschein?

Für die Kleinkaliber-Gewehre wird in Deutschland eine Waffenbesitzkarte verlangt. Dazu werden die Skijäger unter anderem in Waffenkunde geprüft. Die Projektile könnten auf die beim Biathlon geschossene Distanz von 50 Metern tödlich sein.

Was machen SKILANGLÄUFER, wenn sie im 50-Kilometer-Rennen pinkeln müssen?

„Anhalten und ausziehen geht nicht, da verliert man zu viel Zeit“, sagt Bundestrainer Jochen Behle. „Also: Laufenlassen! Machen die ja in der Formel 1 und im Radsport zumindest in der Endkampfgestaltung auch.“ Ihm selbst sei das noch nicht widerfahren. „Und wem es passiert, der wird nicht drüber reden. Ist ja irgendwo auch peinlich.“ Sein Schützling Tim Tscharnke behauptet: „Die zweieinhalb Stunden kann man es sich verkneifen.“

Schwitzen CURLING-Spieler überhaupt?

Skip Andrea Schöpp hört solche Fragen gar nicht gerne: „Ich fahre drei bis fünf Stunden Fahrrad pro Tag, da geht der Puls weniger hoch als beim Wischen.“

Ordentlich Muskeln braucht man auch bei „Schach auf Eis“. Routinier Andy Kapp erklärt, dass man einen Druck von 30 bis 50 Kilo auf dem Besen haben muss: „Wischen Sie mal so ihre Küche!“

Lernt man beim SHORTTRACK das Hinfallen?

Von Kindheit an. Als Maxime gilt: Die messerscharfen Schlittschuhe von der Bande und den anderen Sportlern fernhalten, bevor man in die Polster fliegt. Ein ständiger Lernprozess.

Was machen die EISKUNSTLÄUFER mit den vielen Kuscheltieren, die ihnen die Fans zuwerfen?

„Die meisten sammeln sich über die Jahre auf den Schränken an“, sagt Ingo Steuer, Trainer von Aljona Savchenko/Robin Szolkowy und früherer Paarlauf-Weltmeister. Bei seinem Umzug kürzlich stopfte er sie in acht Tüten und will sie einer sozialen Einrichtung spenden: „Die Maskottchen von Olympischen Spielen behält man natürlich.“

Wie kann man die Sprünge der EISKUNSTLÄUFER unterscheiden?

„Da muss man sich schon tiefgreifend mit der Sportart beschäftigen“, sagt Ingo Steuer. „Den einzigen Sprung, den man gut erkennen kann, ist der Axel, weil man da nach vorne abspringt. Ansonsten muss man hoffen, dass man einen guten Fernsehreporter hat, der das erklärt.“

Spielen die EISHOCKEY-Profis immer mit dem gleichen Puck?

Nein, die Hartgummischeibe - 170 Gramm schwer, 7,6 Zentimeter im Durchmesser groß - ist Massenware. 3000 Pucks wurden für das olympische Turnier bestellt, 40 für jedes Spiel. Gelagert werden sie bei minus zehn Grad.

Was haben SKIRENNFAHRER unter dem dünnen Anzug?

In der Regel Funktionsunterwäsche, zudem noch Protektoren zum Schutz bei Stürzen. Weltmeisterin Kathrin Hölzl hat noch eine „Glücksunterhose“: „Ich ziehe dann meistens die gleiche Unterwäsche an, wenn es gut funktioniert hat.“ Daher der Fachbegriff.

Bekommt man beim RODELN Genickstarre?

Profis nicht - sie trainieren mit Kopfbändern, an denen Gewichte hängen. Beim Rennen lastet das Vier- bis fünffache des Körpergewichts auf der Nackenmuskulatur. Patric Leitner, Olympiasieger von 2002, hatte aber so anhaltende Probleme, dass er im vergangenen Jahr eine künstliche Bandscheibe an der Halswirbelsäule eingesetzt bekam - ebenso wie die zweimalige Goldmedaillen-Gewinnerin Sylke Otto.

Was ist, wenn ein SKISPRINGER in letzter Sekunde Schiss bekommt?

Das geschieht - im Gegensatz zu Bungee Jumping - relativ selten. Ist aber dem Alexander Herr beim windumtosten Weltcup-Auftakt 2002 in Kuopio passiert: Er stieg wieder von der Schanze. „Von vielen Leuten in der sportlichen Leitung bin ich damals als Angsthase hingestellt worden“, beklagte er sich später. Bei grüner Ampel haben die Skispringer zehn Sekunden Zeit. Wenn sie dann nicht in der Anlaufspur sind, scheiden sie aus.

Wer hat Vorfahrt beim EISSCHNELLLAUF?

Beim Spurwechsel auf der Gegengeraden immer derjenige, der von außen kommt. Wer auf der falschen Bahn läuft, wird disqualifiziert. Bei den 10.000 Metern dürfen die Sportler übrigens nicht mehr im Windschatten übers Eis flitzen.

Jacques Rogge, der IOC-Präsident hat den Olympia-Machern längst gratuliert. „VANOC hat tolle Arbeit geleistet, und die Athleten hatten großartige Spiele“, lobte der Belgier in einer vorgezogenen Bilanz, „die Atmosphäre ist fantastisch. Die Athleten sind zufrieden, die Nationalen Olympischen Komitees sind zufrieden, die Fachverbände, die Sponsoren und die Fernsehsender, also bin ich es auch.“ Der Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili Stunden vor der Eröffnungsfeier werde von Vancouver 2010 stets in Erinnerung bleiben.

Besonders gut gefiel dem Ober-Olympier in Vancouver das Zusammenspiel zwischen VANOC und der kanadischen Öffentlichkeit. Die Party-Atmosphäre in der kanadischen Westküsten-Metropole sei bemerkenswert. „Die Einheit zwischen der Stadt Vancouver und den Spielen ist einzigartig“, so Rogge, „diese Einbindung der Öffentlichkeit war neu.“

Spektakuläre Stürze bei Olympia
Bildergalerie ( 23 Bilder )

Trotz aller Komplimente für Vancouvers Organisationskomitee VANOC ist die Sturzserie in der Bob- und Rodel-Hochgeschwindigkeitsbahn für Rogge längst nicht abgeschlossen. In einem persönlichen Brief hat er die nächsten Gastgeber des Winterspektakels 2014 in Sotschi bereits aufgefordert, eine sichere Bob- und Rodelbahn zu bauen.

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