Severin Freund und Gregor Schlierenzauer gingen im Schneeregen von Garmisch-Partenkirchen kein Risiko ein, Andreas Kofler verzichtete ganz auf einen Start:
Die Hauptdarsteller der 60. Vierschanzentournee haben sich bei der Qualifikation zum Neujahrsspringen nicht in die Karten schauen lassen. Der Slowene Robert Kranjec gewann die Ausscheidung, bei der insgesamt sieben Deutsche das Ticket für das zweite Springen lösten.
„In die Landung habe ich nicht alles reingelegt, aber mein zweiter Trainingssprung war nah am Ideal. Da will ich am Sonntag anknüpfen“, sagte der Tournee-Vierte Freund. Der 23-Jährige aus Rastbüchl sprang auf der Olympiaschanze 126,5 Meter und belegte Platz 20, Richard Freitag landete anderthalb Meter früher und sicherte sich als bester Deutscher Rang 18.
In der wegen schlechter Bedingungen erst abgebrochenen und dann neu gestarteten Qualifikation zeigte auch der Tournee-Führende Gregor Schlierenzauer den 3.000 Zuschauern nur Magerkost. Bei der Landung nach 126 Metern versuchte er einen Telemark erst gar nicht - am Ende stand Rang 15 zu Buche.
Neben Freund und Freitag sind am Neujahrstag auch der Oberstdorf-Achte Stephan Hocke (Schmiedefeld), die Routiniers Martin Schmitt (Furtwangen) und Michael Neumayer (Berchtesgaden) sowie der frühere Junioren-Weltmeister Andreas Wank (Oberhof) und Maximilian Mechler (Isny) ebenfalls dabei. Die Nachwuchsspringer David Winkler (Winterberg), Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Felix Schoft (Partenkirchen) und Danny Queck (Lauscha) verpassten wie der formschwache Pascal Bodmer (Meßstetten) die Qualifikation.
Hilde erleidet Wirbelbruch
Am Tag nach dem turbulenten Auftaktspringen in Oberstdorf war der schwere Sturz von Tom Hilde immer noch ein Thema. Für den Norweger ist die Saison wahrscheinlich beendet. „Er hat sich den achten Wirbel gebrochen. Das sind hässliche Neuigkeiten“, sagte Norwegens Sportdirektor Clas Brede Brathen: „Der Bruch ist allerdings nicht so schlimm, dass er im Krankenhaus bleiben muss. Eine Operation ist nicht nötig.“
Brathen wollte sich nicht darauf festlegen, ob die Saison für Hilde bereits beendet ist. „Ich bin mir nicht sicher, womit wir rechnen können. Wir müssen warten, bis die Untersuchungen beendet sind“, sagte der Funktionär. Das Nervensystem Hildes ist nicht beeinträchtigt, allerdings hat der 24-Jährige Prellungen am gesamten Körper erlitten.
Im zweiten Durchgang des von starkem Schneefall und drehenden Winden beeinträchtigten Springens war Hilde bei 131,5 Metern gelandet, konnte den Sprung in dem weichen Schnee allerdings nicht stehen.
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