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Neujahrsspringen: Adler ohne Power – Freund und Schmitt, das war wohl nix

Die deutsche Adler-Hoffnung: Severin Freund
Die deutsche Adler-Hoffnung: Severin Freund
Foto: dpa
Garmisch-Partenkirchen –  

Deutschlands Skispringer haben den erhofften Podestplatz beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee klar verpasst.

Als bester DSV-Adler landete Youngster Andreas Wellinger am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen mit Weiten von 133 und 131,5 Meter auf dem neunten Platz.

Der Auftakt-Dritte Severin Freund kam mit 129,5 und 130,5 Meter hinter Routinier Martin Schmitt nur auf Rang 15.

Den Sieg sicherte sich wie in Oberstdorf Anders Jacobsen. Der Norweger sprang 131 und 143 Meter weit und behauptete damit seine Gesamtführung vor dem Österreicher Gregor Schlierenzauer, der Zweiter wurde.

Hier alle Infos zur Tournee und zu den Schanzen

So lief der 1. Durchgang

Martin Schmitt belegt zur Halbzeit des Neujahrsspringens der Vierschanzentournee als bester deutscher Skispringer überraschend den siebten Platz.

Der 34 Jahre alte Routinier sprang am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen 131 Meter weit. Sein Rückstand auf den führenden Österreicher Gregor Schlierenzauer, der auf 134 Meter kam, beträgt nur 6,6 Punkte.

Der Auftaktdritte Severin Freund kam lediglich auf 129,5 Meter und liegt vorerst nur auf dem 20. Rang.

Von den zehn deutschen Startern erreichten auch Andreas Wank, Andreas Wellinger, Michael Neumayer, Richard Freitag, Maximilian Mechler und Danny Queck das Finale der besten 30. Felix Schoft und Karl Geiger schieden aus.

Derweil gibt es Ärger um die Anzüge

Andreas Kofler war untröstlich. „Ich hatte das Gefühl, dass mit dem Anzug alles okay ist, aber am Bauch hat es nicht gepasst. Die Vierschanzentournee kann ich jetzt natürlich abhaken“, sagte der Österreicher, der als bislang prominentester Skispringer ein Opfer der umstrittenen Anzugregel wurde.

Wenige Zentimeter machten aus dem Mitfavoriten der Tournee einen chancenlosen Hinterher-Flieger.

Doch der internationale Skiverband FIS kennt auch bei großen Namen keine Gnade. „Es macht schon allein aus physikalischer Sichtweise etwas aus, ob ein Anzug mehr Fläche und damit eben mehr Auftrieb bietet“, sagte FIS-Materialkontrolleur Sepp Gratzer dem SID.

Seit dieser Saison dürfen zwischen Körper und Anzug nur noch zwei statt bisher sechs Zentimeter liegen. Zunächst war sogar eine „Nulllösung“ geplant, wogegen mehrere Athleten heftig protestiert hatten.

Die Folge ist eine gefährliche Gratwanderung. „Jeder Zentimeter mehr ist ein Vorteil. Jeder versucht, ans Limit zu gehen“, sagt Norwegens Cheftrainer Alexander Stöckl.

Das Problem: Die Anzüge können nicht vorab von der FIS abgesegnet werden. „Außerdem dehnt sich der Stoff, und man weiß nicht, wie schnell das zurückgeht“, sagt Österreichs Coach Alexander Poitner.

Er sieht die Springer in der Pflicht: „Man kann nicht dem Trainer die Schuld geben, der Athlet ist am Ende für das Material verantwortlich.“

Die deutschen Adler haben bereits Konsequenzen aus Koflers Disqualifikation gezogen. „Es hilft nur, ständig zu kontrollieren: am Abend, am Vormittag und unmittelbar vor dem Wettkampf“, sagte Altmeister Martin Schmitt dem SID: „Kein Athlet will Zentimeter verschenken, deswegen bewegt man sich schnell im Grenzbereich, um konkurrenzfähig zu bleiben.“

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