Sein Weltcup-Debüt gab er 1997. Mittlerweile ist Martin Schmitt 31 Jahre alt.
Dazwischen liegen 28 Weltcup-Siege, ein Olympiasieg, vier WM-Titel und etliche Jahre Frust.
Doch Schmitt gab niemals auf, 2009 wurde er Vize-Weltmeister in Liberec, meldete sich in der absoluten Weltspitze zurück. Vor der heute beginnenden Vierschanzentournee – seiner 14. Teilnahme - redet er im EXPRESS.
Wie haben Sie Weihnachten verbracht?
Schmitt: Wie immer haben wir ganz in Familie gemacht. Wir waren bei den Eltern. Erst bei meinen in Tannheim und dann bei den Eltern meiner Freundin Patricia.
Dazu habe ich mein Fitness-Programm durchgezogen.
Tut Ihnen bei den Belastungen eigentlich was weh nach all den Jahren?
Seit ich 30 bin, zwickt es schon hier und da, aber es fühlt sich nicht so an, dass ich sage, es könnte bald vorbei sein.
Ich will sicherlich bis 2011 springen, danach schließe ich nichts aus.
Gehen Sie als Vizeweltmeister entspannter die neuen Herausforderungen an?
Da bin ich zu ehrgeizig. Als das erste Sommertraining anstand, war der letzte Winter vergessen. Ich schaue nur nach vorne.
Mit Höhen und Tiefen an der Schanze schwankt auch mein Seelenleben.
Sehen Sie beim Auftaktspringen in Oberstdorf eine Siegchance für sich?
Ich bin noch nicht ganz in der Topform. Natürlich ist vor heimischem Publikum alles anders, da wachsen einem zusätzliche Flügel.
Was ist konkret Ihr Ziel?
Ich will bei der Tournee gute Form zeigen. Dann will ich diese bis Olympia in Vancouver konservieren.
Und wenn ich mit einem Erfolgserlebnis von der Tournee nach Vancouver reisen würde, wäre das perfekt.
Bei den Winterspielen wollen Sie dann voll angreifen?
Klar, eine Medaille ist das Ziel. Ob man Vierter oder 28. wird, ist doch völlig egal, das wäre alles das gleiche.
Aber eine Medaille ist immer das größte Ziel. Ich weiß, dass es meine letzte Olympia-Chance sein wird - und die will ich nutzen.
Helfen Sie Youngster Pascal Bodmer bei seinem Weg zur Weltspitze?
Ich tue alles, um Pascal voranzubringen. Wir trainieren gemeinsam in Hinterzarten und teilen im Trainingslager oder auf Wettkampfreisen das Zimmer.
Anstacheln muss ich Pascal nicht. Er ist ehrgeizig genug. Aber er nimmt schon gern den einen oder anderen Hinweis von mir an.
Den Namen Pascal Bodmer sollte man sich merken, denn der 18-Jährige gilt als kommender deutscher Super-Adler. Beim Weltcup in Kuusamo erreichte er überraschend den 2. Platz. Bundestrainer Werner Schuster setzt große Hoffnungen in ihn:„Wir haben da einen herausgebracht, der Spitzenleistungen gezeigt hat. Ich würde mich riesig freuen und traue ihm auch zu, dass er Highlights setzen kann. Wichtig ist, dass er die Älteren im Team aufrüttelt.“
Immer weiter: Adler-Oldie Martin Schmitt (34) denkt nicht ans Aufhören
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