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Lohnt sich das noch?: Bausparen: Darauf müssen Sie achten

Vor Vertragsabschluss sollten sich Bausparer gut über die Konditionen informieren - eine Checkliste hilft.
Vor Vertragsabschluss sollten sich Bausparer gut über die Konditionen informieren - eine Checkliste hilft.
Foto: dpa
Köln –  

Bausparverträge sind nichts für Kurzentschlossene - aber sie liegen wieder im Trend: Sowohl private Anbieter wie Wüstenrot als auch die Landesbausparkassen (LBS) konnten 2012 Rekordergebnisse vermelden. Insbesondere junge Menschen entscheiden sich wieder für diese klassische Anlageform. So wurde mehr als ein Drittel der neuen LBS-Verträge von Kunden unter 25 Jahren abgeschlossen.

Im Prinzip funktioniert es so: In regelmäßigen Raten sparen Kunden Eigenkapital für den Hausbau, einen Immobilienkauf oder eine spätere Modernisierung der eigenen vier Wände an. Mit dem Vertrag sichern sie sich zugleich ein zinsgünstiges Darlehen. Wer diesen Baukredit nicht in Anspruch nehmen will, kann sich das angesparte Guthaben nach der Mindestlaufzeit auszahlen lassen. „Vorteile des Bausparens sind eine mögliche staatliche Förderung und die feste Zinsbindung“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

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Checkliste hilft beim Abschluss

Als Nachteile nennen Verbraucherschützer die mickrigen Zinsen in der Ansparphase und die zum Teil hohen Abschlussgebühren. Auch ist ein Bausparvertrag nicht für jeden geeignet: Menschen, die sich einen kurzfristigen Immobilienwunsch erfüllen wollen, sind mit einem Bankdarlehen besser bedient. Zudem kann die kurze Tilgungsdauer Probleme bereiten. Das Darlehen muss laut Gesetz innerhalb von sieben bis elf Jahren zurückgezahlt werden.

Ein Bausparvertrag ist zudem ein komplexes und intransparentes Konstrukt. So müssen Interessenten ein ganzes Bündel von Konditionen beachten: Guthaben- und Darlehenszinsen, Abschlussgebühr, Mindestguthaben, Tilgungsbeitrag und vieles mehr. „Besonders wichtig ist, dass die Bausparsumme rechtzeitig zur Verfügung steht, wenn man sie braucht“, so Stiftung Warentest. Wer einen Vertrag abschließen will, sollte sich gut vorbereiten - am besten mit einer Checkliste.

Prämien gibt es nicht für alle

Derzeit sind die Guthabenzinsen historisch niedrig, trotzdem scheinen die Verträge weiterhin attraktiv zu sein. Entscheidend sei für viele Bausparer die Sicherheit, so LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm. „Millionen Menschen sichern sich gerade jetzt auch sehr bewusst die niedrigen Zinsen von morgen“. Zudem möchten nicht wenige Kunden mit ihrem Wohneigentum eine solide Grundlage für die Altersvorsorge schaffen und von staatlichen Prämien profitieren.

Bausparer erhalten auf einen jährlichen Sparbetrag von bis zu 512 Euro (Ehepaare 1024 Euro) eine Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent. Für ab 2009 abgeschlossene Verträge gibt es die Prämie nur noch, wenn man tatsächlich baut, kauft oder modernisiert - eine Ausnahme sind Sparer unter 25 Jahren.

Auch die Einzahlung hat Grenzen

Ältere Bausparverträge bieten in der Regel noch hohe Zinsen in der Ansparphase. Deshalb hatten zuletzt mehrere Bausparkassen versucht, ihre Kunden aus Altverträgen hinauszudrängen. Die Anbieter drohten ihnen mit Bonusverlusten oder boten neue Verträgen mit niedrigeren Darlehenszinsen an. Allerdings sollten sich Kunden nicht auf einen solchen Vertragswechsel einlassen - das gilt insbesondere für Bausparer, die das Darlehen gar nicht in Anspruch nehmen werden.

Vertraglich vereinbart sind eine bestimmte Bausparsumme (Höhe je nach Finanzierungsbedarf) und ein Mindestguthaben (erforderliche Sparleistung). Das Mindestguthaben gibt an, welches Bausparguthaben der Kunde mindestens erreichen muss. In aller Regel handelt es sich um Beträge in Höhe von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme.

Wollen Altkunden über diese vereinbarten Summen hinaus Geld in ihren Vertrag einzahlen, setzen die Anbieter dem meistens Grenzen. „Das ist grundsätzlich auch rechtlich zulässig“, erklärt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig. Stiftung Warentest rät, kurz vor dem Erreichen der Bausparsumme nicht mehr einzuzahlen. Die Bausparkasse darf den Vertrag dann nicht kündigen - und die Kunden behalten ihre Spitzenzinsen. (gs)

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