Papst Benedikt XVI. hat am Montag die Verletzung der „Rechte des Kindes“ verurteilt. Die Kirche habe im Laufe der Jahrhunderte den Schutz von Rechten und Würde der Minderjährigen betrieben und vorangetrieben.
„Leider haben dennoch auch einige Kirchenmitglieder diese Rechte verletzt“, sagte Benedikt am Montag bei einer Versammlung des vatikanischen Familienrats anlässlich des 20. Jahrestags des Inkrafttretens der UN-Kinderrechtskonvention. „Die Kirche wird niemals aufhören, dies zu bedauern und zu verurteilen“, betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche.
Allerdings: Deutlich Stellung zu den Missbrauchsfällen an Jesuitenschulen hat er nicht genommen.
Der Vatikan hatte sich zuvor hinter die Bitte um Entschuldigung des deutschen Jesuiten-Chefs Stefan Dartmann gestellt, diese sei „umfassend“. Man werde sich daher nicht noch in einer eigenen Stellungnahme äußern, sei aber in „völliger Übereinstimmung“ mit dem, was Dartmann gesagt habe. Dieser hatte vor einer Woche im Namen des Ordens bei den „Opfern von Übergriffen unserer ehemaligen Mitbrüder“ um Entschuldigung gebeten.
Die italienische Nachrichtenagentur Ansa interpretierte die Papst-Äußerungen am Montag vor dem Hintergrund eines Missbrauchsskandals in Irland. Das katholische Land war im vergangenen Jahr von zwei Untersuchungsberichten erschüttert worden, die einen jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern in Kircheneinrichtungen dokumentierten.
Katholische Priester, Mönche und Nonnen vergewaltigten, schlugen oder demütigten ihre Schützlinge. Die Kirchenleitung vertuschte die Übergriffe systematisch, aus Furcht vor einem Skandal. Die staatlichen Behörden schauten weg. Vier Bischöfe hatten nach den Enthüllungen ihre Ämter niedergelegt.
Benedikt lud darauf eine Delegation irischer Bischöfe für den 15. Februar zum Krisengespräch im Vatikan ein. Bei einer ersten Begegnung im Dezember hatte er gesagt, „erschüttert und empört“ über den vielfachen Kindesmissbrauch in der Kirche Irlands zu sein.
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