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Lance macht auf Mitleid: Armstrong: Ich tat alles für die Kinder

Die Kinder Luke (hinten), Isabella und Grace waren sooo stolz auf den Papa: Lance Armstrong beim Tour-Sieg 2005.
Die Kinder Luke (hinten), Isabella und Grace waren sooo stolz auf den Papa: Lance Armstrong beim Tour-Sieg 2005.
Foto: Getty
Austin –  

Wie berechnend ist denn dieser Lance Armstrong (41)? Im 2. Teil seiner Dopingbeichte bei Star-Talkmasterin Oprah Winfrey (58) drückte der gefallene Rad-Star auf die Tränendrüse. Und: Er zog seine fünf Kinder mit rein.

Für die habe er letztlich gestanden, sagte er. Er habe nicht mehr gewollt, dass sie Teil seiner Lügengeschichte seien.

So habe sein ältester Sohn Luke (13) ihn immer verteidigt, weil er dem Papa geglaubt hatte. Lance: „Ich habe gesehen, wie mein Sohn mich verteidigt, wie er gesagt hat: Das ist nicht wahr. Was ihr über meinen Dad sagt, ist nicht wahr.“

Als Armstrong im US-Fernsehen darauf zu sprechen kam, hielt er fast eine Minute inne. Unterdrückte Tränen. Und sprach: „Ich habe ihm gesagt, dass er mich nicht mehr schützen soll.“ Unrechtsbewusstsein ließ Armstrong dennoch vermissen.

„Ich verdiene es, bestraft zu werden“, sagte er zu seiner lebenslangen Wettkampfsperre, „aber ich bin nicht sicher, ob ich die Todesstrafe verdiene. Was haben andere Sportler bekommen? Ich erhalte die Todesstrafe, und sie bekommen sechs Monate. Ich sage nicht, dass es unfair ist, aber es ist anders.“

Erstmals machte Armstrong auch Angaben über seine zu erwartenden finanziellen Verluste. „Ich mag gar nicht daran denken, aber das war ein 75-Millionen-Dollar-Tag“ (56 Mio Euro/die Red.), sagte er über den 10. Oktober 2012, den Tag, an dem die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) ihre Ergebnisse veröffentlichte.

Zahlreiche Sponsoren, allen voran Sportartikelgigant Nike, kündigten die Zusammenarbeit auf. Auch künftige Einnahmen als Motivationsredner fallen weg.

Dafür hatte Armstrong sechsstellige Summen pro Auftritt kassiert. Er habe die „Dopingstruktur im Radsport nicht erfunden. Aber auch nicht versucht, sie zu beenden“, erklärte Armstrong noch einmal. Und: „Der Sport zahlt jetzt den Preis dafür. Das tut mir leid.“

Nach Armstrongs Beichte brechen jetzt auch andere Dopingstrukturen auf. Der 2009 des EPO-Betrugs überführte Niederländer Thomas Dekker (28) sagte im „NRC Handelsblad“, dass im holländischen Rabobank-Team systematisch gedopt wurde und die Profis unter Druck gesetzt wurden.

Für Dekker waren „Transfusionen der Weg zum Erfolg“. „Fast jeder Topfahrer hat sie bekommen.“ Dekker weiter: „Doping war eine Lebenseinstellung, es gehörte zu deinem Beruf.“

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