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Doping-Fall Armstrong: Ermittler stützen sich auf verdächtige Blutproben

Da kann einem das Lachen vergehen. Armstrong gerät immer mehr unter Druck.
Da kann einem das Lachen vergehen. Armstrong gerät immer mehr unter Druck.
Foto: dpa
Köln –  

Dem siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong könnte bei der Anklage durch die US-Anti-Doping-Agentur USADA vor allem ein sprunghafter Anstieg seines Hämatokritwertes im Jahr 2009 zum Verhängnis werden.

Wie die US-Zeitung New York Daily News berichtet, stützt die USADA ihre Vorwürfe neben belastenden Zeugenaussagen auf insgesamt 38 Blutproben des Texaners, die im Zeitraum zwischen Oktober 2008 und April 2012 genommen wurden.

Ungewöhnlicher Hämatokritwert

Besonders auffällig seien dabei die Unterschiede in den Proben vom 31. Mai und 16. Juni 2009. Dort war Armstrongs Hämatokritwert, der vor allem einen Rückschluss auf den Anteil der roten Blutkörperchen erlaubt, von 38,2 auf 45,7 Prozent gestiegen. Eine Erhöhung, die nach Ansicht der Dopingermittler ein klares Indiz für Manipulation ist.

Gary Wadler, ein amerikanischer Medizin-Professor und in leitender Funktion bei der Welt-Anti-Dopingagentur WADA, nannte den sprunghaften Anstieg erklärungsbedürftig: „Aus rein medizinischer Sicht ist eine solche Erhöhung des Wertes ungewöhnlich.“

Die USADA hatte bereits in einem ersten Schreiben an Armstrong und fünf weitere Angeklagte von Blutproben des Texaners aus den Jahren 2009 und 2010 gesprochen, die „übereinstimmen mit Proben, an denen Blutmanipulationen, einschließlich EPO-Missbrauch und/oder Bluttransfusionen vorgenommen wurden“.

Anwalt: Vorwürfe sind haltlos

Im Armstrong-Lager hält man die Argumentation der USADA für wenig stichhaltig und stützt sich auf Gutachten, die belegen sollen, dass ein Anstieg des Hämatokritwertes von 7,5 Prozent innerhalb 16 Tagen durch äußere Einflüsse wie starke Höhenveränderungen möglich sind. Der Test am 31. Mai war nach der Schlussetappe des Giro d'Italia in Rom durchgeführt worden, kurz darauf hielt sich Armstrong zur Geburt seines vierten Kindes Max in Aspen/Colorado auf, das in einer Höhe von rund 2400 m liegt.

„Lance hat jeden Test im Jahr 2009 bestanden. Genauso, wie er jeden Test davor und danach bestanden hat“, sagte Armstrongs Anwalt Robert Luskin. Die USADA bringe alte und haltlose Vorwürfe auf. Die USADA hatte den Anfang 2011 endgültig zurückgetretenen Armstrong im Juni formal des Dopings angeklagt. Bei einer Verurteilung drohen ihm neben einer lebenslangen Sperre die Aberkennung seiner Titel.

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