Der Sieger schaute verdutzt, die Nummerngirls waren total enttäuscht, weil sie im Hauptkampf gar nicht erst zum Einsatz kamen.
Die rund 1000 Box-Fans im Kölner Maritim – darunter Schalkes neuer Trainer Jens Keller (42) – schwankten zwischen Begeisterung und Fassungslosigkeit. Nach offiziell 44 Sekunden hatte Lokalmatador Manuel Charr (28) seinen Hamburger Gegner Konstantin Airich (34) auf die Bretter geschickt. Und kaum einer hatte so richtig mitbekommen, wie!
Der als Spätstarter eingestufte Charr erklärte den Blitz-K.o. später so: „Für mich war es ja eigentlich schon die fünfte Runde, denn ich hatte versprochen, da weiterzumachen, wo ich gegen Vitali Klitschko aufhören musste.“ Im September war der „Koloss von Köln“ in Moskau wegen eines Cuts in der vierten Runde aus dem Kampf genommen worden.
Wer sich das Kampf-Video vom Freitagabend anschaut, könnte allerdings glauben, Airich habe seinem Gegner die beiden von der WBC ausgelobten Gürtel (Baltic und Mediterranean Belt) quasi als Weihnachtsgeschenk dagelassen.
Dem widerspricht Charr, der von Beginn an wie ein Berserker auf den „Sandmann“ eingestürmt war, heftig: „Ich hab’ ihn voll auf die Leber getroffen. Er musste mit der Ambulanz ins Krankenhaus und hat wohl eine angebrochene Rippe.“
Für Manuel Charr war es übrigens nicht der schnellste Box-Quickie. Den fünften seiner inzwischen 22 siegreichen Kämpfe beendete er 2006 gegen den Dresdner Stefan Baumann in Berlin schon nach 38 Sekunden.
Seine Pläne jetzt? „Ich bin heiß, ich will im Januar oder Februar wieder boxen.“ Sein Ziel: „Alle sieben kleineren WBC-Titel holen – dann muss Vitali Klitschko mich wieder als Herausforderer akzeptieren.“
Aus für Heidemann, Duplitzer & Co.
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